Lebensbeschreibungen der Aufständischen

Oberstleutnant Waclaw Janaszek, Deckname „Bolek“



Waclaw Janaszek,
Deckname „Radomski”, „Jaryna”, „Boryna”, „Wacek”, „Bolek”,
AK Soldat (der Heimatarmee Soldat), Oberstleutnant.


1903 – 1939

         Waclaw Piotr Janaszek wurde am 1. Dezember 1903 in Radom als der Sohn von Jozef und Genowefa, geb. Kubicka geboren. Sein Vater arbeitete als Beamter der Staatsbahn. Waclaw wurde, wie es in vielen polnischen Familien geschah, dem Geist des Patriotismus, des polnischen Charakters und der Heimatliebe entsprechend erzogen.
         Waclaws Onkel, der Bruder seiner Mutter, war ein Bischof von Sandomierz, der auf eigene Kosten eine breite Bearbeitung ausgegeben hat, die aus fünf Bänden der Archivmaterialien bestand, die über den Widerstand der polnischen Priester gegen fremde Macht in dem von Russland und Preussen annektierten Land erzählten. Seine patriotische Einstellung wurde öffentlich bei einer der Ansprachen von dem Präsident Ignacy Moscicki gewürdigt. Ein anderer Familienmitglied – Vatersbruder – Chemiker – Revolutionär aus dem Jahre 1905, nahm an der Vorbereitung des Terrorangriffs gegen die Zarmacht teil. Er wurde während eines Feierzugs zum 1. Mai festgenommen, in die warschauer Zitadelle gebracht, dann ist er infolge der Gefangenschaft, schon auf freiem Fusse, an schwere Tuberkulose in seinem 30. Lebensjahr gestorben.


Waclaw Janaszek als ein Junge

         Seine Ausbildung hat er in Radom angefangen. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs, 1915 wird sein Vater, als ein Bahnbeamte, mit der Familie ins tiefe Russland evakuiert. Waclaw besucht ein Gymnasium in Kiew, und dann in Woronez. 1918 kehrt die Familie nach Radom zurück und Waclaw setzt seine Lehre im Gymnasium fort. 1920 steht er ins Kadettenkorps ein.


„Kadettensonne”, die sich auf den Mützen befand

         Nach Polens Unabhängigkeitswiedergewinnung 1918 etstand eine erste Militärschule, die an die Tradition der 1765 von dem König Stanislaw August Poniatowski gegründeten Ritterschule anknüpfte. Es war Das 1. Kadettenkorps (KK1), das am 30. Oktober 1918 in Lobzow in der Nähe von Krakau gegründet wurde (einige zehn Tage vor der ofiziellen Wiedergewinnung der Unabhängigkeit). 1921 wurde KK1 nach Lwow verlegt.




Das Gebäude des KK2 in Modlin

Treppenhalle des KK2 in Modlin

         Am 28. September 1919 entstand in Modlin Das 2. Kadettenkorps (KK2), das 1926 mit den Eleven (Schüler, Kadetten) und den Lehrern nach Chelmno und dann 1936 nach Rawicz verlegt wurde. Am 17. Juni 1925 wurde in Rawicz Das 3. Kadettenkorps (KK3) gegründet. Nach dem Verlegen im Juli 1936 des KK2 nach Rawicz, wurden die Korps 2 und 3 unter dem Namen KK2 verbunden.




Das Abzeichen KK1

Das Abzeichen KK2

Das Abzeichen KK3

         Die Kadettenkorps der 2. Republik Polens hatten ein sehr hohes Niveau. Es waren Oberschulen, die mit dem Reifediplom dh. Abitur endeten. Ähnlich wie in den Zivilschulen, entsprach in den Korps den Studienjahren eine Kompanie mit mehreren Abteilungen.
         Die Militärschulung erfüllte die Bedingungen eines Vorbereitungskurses der Fähnrichschulen, was die Absolventen des Korps dazu berechtigte, das 2. Schuljahr in diesen Schulen anzufangen. Die Kandidatenzahl überstieg immer die Zahl der freien Plätze. Insgesamt haben in den Kadettenkorps der 2. RP etwa 4100 Eleven und Absolventen studiert.




Kadetten in historischen Paradeuniformen

Eine Kadettenkompanie defiliert

         Im Jahre 1920, als Polen der bolschewistische Angriff drohte, stellten sich auch die Kadetten gegen die Rote Armee unter dem Kommando von Michail Tuchaczewski. Gemäss des Befehls von Militärministerium durften die Kadetten, die über 17 Jahre alt waren, in den aktiven Militärdienst treten. Von den 190 Kadetten aus Modlin, haben 181 freiwillig die Linientruppen gewählt.
         Unter ihnen war auch Waclaw Janaszek, der zwischen Juni und Oktober 1920 bei dem 3. Infanterieregiment der Akademischen Legion dient und im Warschaus Vorfeld kämpft. Für seine Teilnahme in den Kämpfen wird er zum Unteroffizier befördert.


Waclaw Janaszek im Kadettenuniform (links)

         Nach der Abwehr der Bolschewiken am 4. Oktober 1920 hat in Modlin ein neues Schuljahr angefangen. Im Juni 1923, nach dem Abschluss des 2. Kadettenkorps bekommt Waclaw Janaszek das Reifezeugnis.


Das Reifezeugnis im Kadettenkorps

         Direkt nach dem Schulabschluss im Kadettenkorps beginnt er im August 1923 in der Infanteriefähnrichschule in Warschau einen Kadettenweiterbildungskurs, den er im Oktober 1923 mit der Unteroffizier Fähnrich Rang abschliesst.


Gesamtfoto aus dem Kadettenweiterbildungskurs; Waclaw Janaszek liegt – der sechste vom rechts

         Waclaw beschliesst, sich dem Militärdienst zu widmen. Im Oktober 1923 beginnt er das Studium an der Offizierschule für Ingenierie in Warschau. Am 4. April 1924 wird er zum Fähnrich Zugführer befördert und am 27. Juli 1924 laut des Befehls 173/24 bekommt er die Feldwebel Fähnrich Rang.
         Ausser eng technischem Interesse, das mit seinem Studienbereich verbunden ist, zeigt Waclaw auch humanistische Talente. Zwischen Januar 1923 und Mai 1924 schreibt er ein Buch – Erinnerungen „Fünfte Kompanie“, das ein grossartiges Dokument des Anfangs von KK2 in Modlin ist. Er beschreibt interessant und witzig das tägliche Leben der Kadetten, seiner Lehrer und die Realien von erneuerter Heimat.
         Diese Bearbeitung ist bis heute als Manuskript erhalten.








Fragmente des Tagebuchs


         Seit September 1924 diente er als Fähnrich in der 1. Kompanie des 3. Bataillons der Pionierensoldaten in Sandomierz.
         Am 1. Oktober 1925 schliesst er auf dem 1. Platz die 2-jährige Schulung der Offizieringenierieschule ab. Am 7. Oktober 1925 mit dem Befehl Nummer 101/25 wird Waclaw Piotr Janaszek Leutnant der Pionieren des ständigen Dienstes beim Ingenierie- und Pionierenkorps der Polnischen Armee.


Das Abschlusszeugnis der 2-jährigen Schulung der Offizieringenierieschule

         Er setzt das Studium fort und am 29. September 1936 endet die volle 3-jährige Schulung in der Offizieringenierieschule, wieder auf dem 1. Platz, und bekommt einen silbernen Gedenksäbel von dem Präsident der Republik Polen.


Das Abschlusszeugnis der 3-jährigen Schulung der Offizieringenierieschule

         Am 30. September 1926 fängt Leutnant Janaszek den Dienst als jüngerer Offizier in dem 5. Pionierenregiment in Krakow Dabie.


Das 5. Pionierenregiment in Krakow Dabie; Waclaw – die letzte Reihe, der erste von links

         1927 in der St. Jan Kirche in Warschau heiratet er Natalia Gozdzik. Am 27. August 1927 wird er mit der Tagesanordnung 19/27 zur Oberleutnantrang der Pionieren des ständigen Dienstes ernannt. Seit Dezember 1927 amtiert er als Bildungsoffizier in dem 5. Pionierenregiment.
         1928 wird Oberleutnant Waclaw Janaszek ins Schulpionierenbataillon in Modlin versetzt.


Die Schulung der Oberleutnants der Reserve bei der BSS (Schulpionierenbataillon); Waclaw – steht, der sechste von links

         Am 10. November 1928 wird er mit der Medaille „Für den Krieg 1918 – 1921“ (Tagesanordnung 78/28), und am 11. Dezember 1928 mit der Medaille „10 Jahre der Unabhängigkeit“ (Tagesanordnung 87/28) ausgezeichnet.




Die Medaille „Für den Krieg 1918 – 1921”
   
Die Medaille „10 Jahre der Unabhängigkeit”

         Seine Vorgesetzten bemerken überdurchschnittliche Begabung des jungen Oberleutnants. Im August 1930 ist er ins Pionierenschulungszentrum in Modlin übersetzt worden, wo er am 17. Oktober 1930 ein Mitglied der Versuchskommission wurde und bis 1934 blieb.


Pionierenschulungszentrum, Modlin 1930 – Waclaw: der achte vom links

         Am 10. Dezember 1930 erhält er den „Gedenkorden des Pionierenschulungszentrum“ Nummer 25 (Tagesanordnung 39/30).





Der Gedenkorden des Pionierenschulungszentrum


         Am 12. Dezember 1931 kommt seine Tochter Halina auf die Welt. Leider, erlebt seine Ehe eine ernste Krise, die mit der Separation von seiner Ehefrau Natalia endet. Am 5. Mai 1933 folgt die Separation von der Frau Natalia (Urteil des Gerichts vom Feldbischof), und am 5. Januar 1934 lässt sich Waclaw von seiner Frau scheiden.
         Vom 29. September 1934 bis zum 18. Juni 1936 stationiert Oberleutnant Janaszek in Nowy Dwor. Am 19. März 1935 wird er zum Hauptmann der Pionieren des ständigen Dienstes ernannt.
         1935 nimmt er an den Manöver in Rawa Ruska teil.


Manöver in Boratyn (1935); Hauptmann Waclaw Janaszek – der erste vom links.

         Vom 8. September 1936 bis zum 9. August 1937 stationiert er bei Militäreinheit in Baranowicze.
         Systematisch verbessert er seine berufliche Ausbildung. Er fängt das Studium an der Ingenieriehochschule in Warschau an, die er 1938 abschliesst und einen Titel des Militäringenieurs im Bereich Befestigung bekommt.


Schiessübungen in der Ingenieriehochschule

         Der Titel wurde von der Polnischen Emigrationsregierung erst 1945 bestätigt und das Diplom wurde seiner Familie in der Heimat erst viele Jahre nach dem Krieg geschickt.


Diplom des Militäringenieurs der Ingenieriehochschule

         Nach kurzem Aufenthalt in Lwow stationiert Hauptmann Waclaw Janaszek seit dem 18. Juni 1938 in Bielany in Warschau. Am 17. Oktober 1938 wird er zur Arbeit im Stab der Operationsgruppe der Armee „Slask“ vom General Wladyslaw Bortnowski abgeordnet und nimmt an der Operation in Zaolzie teil.


General Wladyslaw Bortnowski in Zaolzie

         Dann am Ende 1938 dient er im Brückenbataillon der Pionieren in der Festung Modlin – Kazun. Am 26. Dezember 1938 schliesst wieder eine Ehe mit Barbara von Seydlitz. Aus formalen Gründen findet die Eheschliessung in einer griechisch – katholischen Kirche in Prag in Warschau statt. Die Scheidung von der ersten Ehefrau wurde von einem Metropolit der griechiesch – orthodoxen Kirche genehmigt, was eine neue kirchliche Eheschliessung, aber nach griechisch – orthodoxem Ritus ermöglichte.




die zukünftige Ehefrau Barbara

Einladung zur Trauung

         Das junge Ehepaar verbringt sorgenlos den Silvesterabend 1938 und grüsst das Neue Jahr 1939.




Das Ehepaar auf dem Silvesterball

Eine Karrikatur von Wacek

         Im Juni 1939 dient er als Offizier des Inspektorats der Armee „Pomorze“ und wohnt in Torun, Mostowa Strasse 6/9. Während des Polenfeldzugs im September 1939 war er ein Offizier in der Pionierenführung des Armeestabs „Pomorze“ vom General Wladyslaw Bortnowski.


Waclaw Janaszek im Hauptmann uniform 1938


Deutsche Besetzung Polens


         Nach der Zerschlagung der polnischen Armee des Generals W. Bortnowski bei Ilow neben Sochaczew, kämpft Janaszek über Puszcza Kampinoska nach Warschau durch und nimmt an der Verteidigung der Hauptstadt teil. Nach der Kapitulation von Warschau,geriet er wie viele andere Soldaten der Polnischen Armee, in die Gefangenschaft nicht, und schon im Herbst 1939 fängt die geheime Tätigkeit an.
         Ende September 1939, nach der Entscheidung über Aufgabe der Kämpfen in Warschau, teilt General Michal Tokarzewski – Karaszewicz einigen von ausgewählten Offiziere mit, dass die militärische Konspiration gegründet wurde. In dieser Gruppe von Offiziere befand sich Kompanieführer Waclaw Janaszek. Es wurde eine geheime militär – politische Organisation unter dem Namen Sluzba Zwyciestwu Polski (SZP) berufen. Eine ihrer ersten Aktionen sollte das Attentat auf Hitler am 5. Oktober 1939 während eines deutschen Siegvormarsches sein. Es kam zu dem Attentat nicht, weil die Deutschen die Strassen von den Fussgänger ausgeleert haben.
         Hälfte Oktober 1939 informierte General Tokarzewski über die Gründung SZP den Oberbefehlshaber General Sikorski. Sikorski blieb negativ gegen die Konzeption einer politisch – militären Organisation, weil er einen zu grossen Einfluss auf sie von den Regierungsblockoffizieren befürchtete. Dann folgte die Auflösung von SZP und General Tokarzewski von der Führung der Militärkonspiration im Land ferngehalten wurde. Diese Entscheidung erweckte Konsternation und Zerrötung unter den Offizieren. Ein Teil der Offiziere ist in andere geheime Organisationen eingetreten, die von dem politischen Zentrum mit General W. Sikorski unterstützt wurde. Unter ihnen war auch Kompanieführer Waclaw Janaszek, der in die Polska Organizacja Zbrojna eintrat (POZ).
         November 1939 in Warschau aufnahm die Aktivität in geheimen Umständen eine Organisation der ländlichen Jugend Centralny Zwiazek Mlodziezy Wiejskiej „Siew“ (CZMW) wieder. Nach der Septemberkatastrophe ein Teil des CZMW in Zusammenarbeit mit anderen Personen, die keine Mitglieder des Verbands waren, nahm seine Aktivität unter dem Namen Chlopska Organizacja Wolnosci „Raclawice“ wieder auf.
         Mit „Raclawice“ begannen die Offiziere des ständigen Dienstes und der Reserve zu arbeiten. Sie haben beschlossen, eine selbständige militärische Organisation auf der Grundlage von „Raclawice“ zu bilden. Sie ist im Frühling 1940 entstanden und nahm den Namen Polska Organizacja Zbrojna (POZ) an. Die Führung in POZ nahmen nur junge Offiziere über, die sehr schwer die Septemberunterlage erlebt haben und kritisch die Tätigkeit der höheren Offiziere beurteilten. Im Laufe des Jahres 1949 der POZ sind andere, kleinere Untergrundorganisationen beigetreten: Polska Organizacja Bojowa, Wojskowa Organizacja Wolnosci „Znak“, ein Teil von Zwiazek Czynu Zbrojnego (ZCZ), ein Teil von Tajna Armia Polska (TAP), ein teil von Gwardia Obrony Narodowej (GON), ein Teil von Organizacja Wojskowa „Wilki“ und ein Teil von „Pobudka“. Nach der Vereinigung nahm die neue Organisatione den Namen Polska Organizacja Zbrojna "Znak“ (POZ „Znak“) an.
         Ein Hauptkommandant der POZ nach ihrer Gründung war diplomierter Kompanieführer Kazimierz Rozycki. Mit der KG (Hauptkommandatur) POZ arbeiteten eng und bildeten seinen erweiterten Schaft diplomierter Hauptmann Waclaw Janaszek („Jaryna“, „Radomski“, „Bolek“) – Kommandant des 1. Bezirks der POZ Warschau – die Stadt, Kompanieführer Stanislaw Steczkowski („Zagonczyk“) – Stabchef des 1. Bezirks, Oberleutnant Jozef Barcikowski („Hart“) – Waffenoffizier.
         Die POZ umfasste mit ihrer Tätigkeit das ganze Generalgouvernement. Nach der Verkündung, dass der Hauptkommandant von POZ der Obebefehlshaber der Polnischen Armee im Westen , General W. Sikorski ist, betrachteten die neuen Freiwilliger die POZ als die geheime polnische Armee. Die POZ erreichte die Zahl von Mitglieder von etwa 55 – 60 Tausend.
         Der 1. Bezirk von POZ Warschau – die Stadt wurde Anfang 1940 gegründet. Der Gründer und Kommandant des Bezirks, diplomierter Hauptmann Waclaw Janaszek („Radomski“, „Jaryna“, „Bolek“, „Wacek“), war gleichzeitig ein Mitglied der KG POZ und Chef der Sabotage- und Diversiosnabteilung.


Waclaw Janaszek 1940

         Der Stabchef war Kompanieführer Stanislaw „Zagonczyk“ Steczkowski, der Chef von Geheimdienst und Abwehrdienst war Kompanieführer Waclaw Chojna („Swierczynski“, „Swierk“, „Majewski“, „Mlotek“, „Horodynski“). In dieser Zusammensetzung arbeitete der Stab zwischen März 1940 und Dezember 1941. die Melderinen waren Barbara „Basia“ Janaszek (die Ehefrau von W. Janaszek), Urszula „Ula“ Tynelska-Zbichorska, Malgorzata zakrzewska.





Ordenaufträge für die Soldaten von POZ


         Nach der Auflösung von Sluzba Zwyciestwu Polski im November 1939 wurde Zwiazek Walki Zbrojnej berufen, ganz der Emigrationsregierung untergeordnet. Am Anfang handelte wie eine eng geheime Kaderorganisation, die die Führung der Gebiete, Bezirke, Kreise und Vertretungen als auch die Sonderabteilungen bildete. Seine Gesamtzahl der Mitglieder betrug ungefähr 3.000. Die Erweiterung sollte durch die Annahme von Mitglieder andrerer militärischen Organisationen verlaufen.
         Trotz des Misstrauens junger Offizieren, schloss POZ die Zusammenarbeit mit ZWZ. Im Rahmen von ZWZ entstand im April 1940 Zwiazek Odwetu (danach Kedyw), der die Sabotagen-Diversionshandlungen führte. Zu dem „Diversionsstab“ von ZO ZWZ gehörte auch der Kommandant des 1. Bezirks Warschau – die Stadt diplomierter Hauptmann Waclaw Janaszek an. In seinen Händen befand sich die Koordination und die taktische Operationszusammenarbeit innerhalb des laufenden tätigen Kampfes.
         Im Frühling 1940 POZ hat sich loyal nach der Anordnung für den Hauptkommandant von ZWZ Oberst Stefan Rowecki gerichtet, die anbefohlen hat, ihm alle geheime militärische Organisationnen untezurordnen, und knüpfte die Zusammenarbeit mit ZWZ an.


Vereinigungsbefehl von Oberst Stefan „Grabica“ Rowecki

         Zwischen September und November 1942 wurde der 1. Bezirk POZ an die Heimatarmee angeschlossen, deren Namen übernahm Zwiazek walki Zbrojnej im Februar 1942. ein teil der Soldaten wurde schon früher zur Diversion delegiert. Nach den Angaben von einem Übergabe-Empfangs-Protokoll, das im geheimen Okkupationsarchiv von W. Janaszek erhalten wurde, es sind an AK ung. 4.000 Offiziere, Fähnriche, Unteroffiziere und gemeiner Soldaten aus 6 warschauer Wohnviertel und warschauer Kreisen übertragen worden. Es waren Truppen mit grosser Konspirationserfahrung, gut ausgebildet und gut ausgerüstett.





Ein der Vereinigungsdokumente des Bezirks Warschau – die Stadt


         Am 5. Mai 1941 wird diplomierter Hauptmann Waclaw Janaszek nach dem Befehl L.21/BP zum Major der Pionieren des ständigen Dienstes berufen. Nach dem Anschluss des 1. Bezirks POZ an die Heimatarmee ging Major Waclaw Janaszek zur Arbeit bei Kedyw KG AK über.
         Die Bildung von Kedyw wurde im November 1942 angefangen. Am 22. Januar 1943 hat der Kommandant der Heimatarmee General S. Rowecki die Anordnung 84 „Das Ordnen von Abschnitt des tätigen Kampfs“ gegeben. Er befahl die Berufung von der Diversionsführung „Kedyws“. Ein Bestandteil von „Kedyw“ war der bisherige Zwiazek Odwetu, „Wachlarz“ und Sturmtruppen GS von „Szare Szeregi“.
         Zu den Aufgaben von Kedyw der Hauptkommandatur (KG) von AK gehörten:
         - Plannen der Diversions- und Sabotagenaktionen im ganzen Land,
         - Leitung der Aktion der Dispositionstruppen von Kedyw KG AK,
         - Studien an Methoden und Mittel zum Organisieren der Diversions-, Sabotagen- und Partisanenaktionen, Bearbeitung und Ermittlung der Richtlinien und Instruktionen,
         - Schulung der Befehlshaber von Verbänden und Diversionspatrolen und technischen Instruktoren,
         - Zentrale Produktion von Mittel des Sabotagen-Diversion-Kampfes,
         An der Spitze von Kedyw KG AK stand ein Kommandant, der den ganzen laufenden Kampf der Heimatarmee leitete und der direkt dem Hauptkommandant von AK unterstand.
         Zwischen Herbst 1942 – Februar 1944 war Oberbefehlshaber von Kedyw diplomierter Oberst August Emil „Nil“ Fieldorf.
         Am 1. Februar 1944 wurde auf diese Stelle Oberstleutnant Jan Mazurkiewicz („Sep“, „Zagloba“, „Radoslaw“) ernannt.
         Stellvertreter des Kommandantes seit der Gründung von Kedyw bis September 1943 war Obersleutnant Franciszek „Teodor“ Niepokolczycki, dann bis zu dem 1. Februar 1944 Oberstleutnant Jan Mazurkiewicz, bevor er zum Kommandant Kedyws ernannt wurde.
         Die Funktion des Stabchefs von Kedyw der Hauptkommandatur der Heimatarmee erfüllt die ganze Zeit diplomierter Major Waclaw „Bolek“ Janaszek.
         Bei der Analyse der Konspirationstätigkeit von diplomiertem Major Waclaw Janaszek sollte man die damals aktuelle Situation beachten. Ein Berufsoffizier, der bisher, vor dem Krieg in vielen Dienstwohnungen wohnte, ein ruhiges, wohlhabendes Leben führte, zur Verfügung einen Offiziersbursche hatte, geriet plötzlich in für ihn ganz neue Verhältnisse – voll von Wandlungen, Unsicherheit, Improvisation, die mit aktuellen Bedürfnissen verbunden war, und voll von ständiger Bedrohung. Die nächsten Konspirationswohnungen, in denen er mit der Frau und der Tochter wohnte: Siennicka, Kazimierzowska, Staszica, schliesslich Stalowa. Die nächsten Namen: Waclaw Seydlitz (Geburtsname seiner Frau Barbara), Franciszek Lyzniak, Waclaw Wolski. Für jeden von diesen Namen besitzt er falsche Kennkarten, fiktive Arbeitsbescheinigungen, Geburtsurkunden, die von den Legalisationsabteilungen von POZ und dann AK ausgegeben wurden. Er benutzt auch viele Konspirationsdeknamen: „Radomski“, „Jaryna“, „Boryna“, „Wacek“, „Bolek“.





Falsche Dokumente von Wacek als Franciszek Lyzniak


         Von Anfang der Besetzung bis Frühling 1940 an wohnt er bei der Familie seiner Frau – Garley - in der Siennicka Strasse 9 in Grochow. Er zieht die Familie in die Konspiration in POZ (2 Schwester und einen Bruder). Im April 1940 mietet er ein Zimmer in der Kazimierzowska Strasse 69 in Mokotow bei dem Professor des Gymnasiums Adam Mickiewicz – Herrn Stefan Essmanowski. Die Familie Janaszek wird hier als Geschwister Seydlitz, zwei Schwester und ein Bruder, gemeldet.


Die Familie Janaszek: von rechts Wacek, die Tochter Halina, die Frau Barbara

         Bei der Familie Essmanowski lernt diplomierter Hauptmann Waclaw Janaszek Fähnrich Michal Wojewodzki, den Autor des Buches „W tajnych drukarniach Warszawy 1939 – 1945“ kennen, deren Klassenlehrer Prof. Essmanowski war. Michal „Andrzej“ Wojewodzki, später Leiter der geheimen Druckerei, nahm an der Verteidigung Warschaus mit dem 21. Warschauer Infanterieregiment teil. Nachdem Wacek ihn besser kennengelernt hat, hat ihm Eintritt in die militärische Konspirationsorganisation vorgeschlagen. Auf diese Art und Weise wurde Michal Wojewodzki ein Mitglied von POZ.


bei der Familie Essmanowski: von rechts Prof. Dr. Stefan Essmanowski, Hania Janaszkowna, Barbara Janaszek,die erste von links die Mutter von Prof. Essmanowski
aus „W tajnych drukarniach Warszawy“ von M. Wojewodzki

         Wacek, der unter der Deckname „Jaryna“ handelte, hat ihm den Eid abgenommen: „Der Verantwortun für den Schicksal des polnischen Volkes und Staates bewusst, trete ich der Polnischne Streitorganisation bei. Ich schwöre – das Organisationsgeheimnis zu schützen, die Anordnungen von meinen Vorgesetzten und die mir angegebenen Aufgaben gewissenhaft auszufüllen, im Notfall meinem Leben für die Treue dem Eid zu zeugen. So wahr mir Gott helfe.“
         Die erste Aufgabe von Michal war die Schulung von jungen Leute in Zolibirz (wo das 21. Infanterieregiment „Dzieci Warszawy“ stationierte) in Anwendung der Schützenwaffe. Wojewodzki dachte die ganze Zeit an die Arbeit für die Untergrundpresse. Im Winter 1940 hat er sich seine Träume Wacek Janaszek anvertraut. Dieser, weil Michal Deutsch kannte, hat ihm vorgeschlagen, dass er kurze militärische Materialien auf Grund der deutschen Presse vorbereitet. Sie wurden danach in dem geheimen Halbmonatsschrift „Zolnierz Polski“ veröffentlicht.
         Hauptmann Waclaw Janaszek, ausserdem, dass er das 1. Bezirk POZ Warszawa – miasto und die Arbeit in Zwiazek Odwetu ZWZ führte, war er auch Chefredakteur von „Zolnierz Polski“, die er im Februar 1941 gegründet hat. Es war eine Zeitschrift von POZ, die einen technischen Charakter hatte und Beschreibungen verschiedener Arten von Waffen und seine Anwendung beinhaltete. Es wurden dort auch Artikel über die aktuelle Situation von bestimmten Kriegsabschnitten veröffentlicht. Am Anfang war das eine Halbmonatsschrift mit der Auflage von 12.000 Exemplaren und wurde durch ein Kolportagennetz verbreitet. Nach dem Anschluss von POZ an ZWZ hat Michal Wojewodzki die Redaktionsaugaben von „Zolnierz Polski“ übernommen. Die Zeitschrift, die jeden Monat heraugegeben wurde, wurde ein Organ der Heimatarmee.
         An einem Tag im Februar 1941 hat Waclaw Janaszek in Nowy Swiat einen von seinen Bekannten getroffen, einen ehemaligen Offizier. Er versuchte auf aufdringliche Weise mit ihm den Kontakt aufzunehmen. Sprach auf wirre Weise über die Konspiration, fragte nach ehemalige Kollegen. Nach späterer Erkundigung über den getroffenen Mensch, wurde Wacek beraten, ihn ehe zu meiden, weil es die Gefahr besteht, dass er mit den Deutschen kollaboriert. Für jeden Fall zieht Kompanieführer Janaszek aus der Wohnung bei der Familie Essmann aus und wechselt den Namen. Er heisst jetzt Waclaw Wolski, Barbara ist wieder seine Frau und Halinka – seine Tochter. Eine kurze Zeit wohnen sie in einem Zimmer der Seifensiederei in Staszic Strasse und danach ziehen sie in Prag in eine Wohnung in der Stalowa Strasse 47 um. Noch einige Jahre nach dem Krieg erinnerten sich alte Bewohner des Hauses an die Frau von Waclaw Janaszek als an die Frau Wolska.
         In solchen Verhältnissen verlaufen die nächsten Okkupationstage, von denen jeder tragisch enden kann. Im Januar 1943 wird Stabchef von Kedyw KG AK (Hauptkommandatur der Heimatarmee) diplomierter Major Waclaw „Bolek“ Janaszek von der deutschen Polizei verhaftet. Er verbringt 10 Tage in dem Sitz der Kriminal Polizei (Kripo) an der Ecke Ujazdowskie Alee und Koszykowa Strasse. Grücklicherweise wissen die Deutsche nicht, wen sie gefangengenommen haben. Inzwischen versucht die Organisation Waclaw Janaszek aus der Kripo Gefangenschaft zu befreien. An dieser Aktion nimmt direkt der Stellevertreter des Kommandantes von Kedyw KG AK Oberstleutnant Franciszek „Teodor“ Niepokolczycki teil. Die Aktion endet mit Erfolg. Wacek wird freigelassen.
         Anfang 1943 erscheint ein positives Erreignis im harten Leben „Boleks“. Am 11. Februar 1943 kommt der lang erwartete Sohn Maciej auf die Welt.





Das einzige Foto von Wacek und seinem Sohn Maciek


         Das Leben einer in Konspiration lebenden Familie ist aber kompliziert. Der Vater trägt eine schwere Last auf seinem Rücken, weil er eine verantwortungsvolle Position in der Konspirationsorganisation ausübt. Trotzdem, dass über seine Hände grosses Organisationsgeld geht, ist die materielle Lage der 4-köpfigen Familie sehr schwierig. Manchmal fordert Major Janaszek, dank der Position, die er ausübte, mit einem Teil seines Einkommens, auf Kosten eigener Familie, die Familien von gestorbenen Soldaten oder die Familienmitglieder von den Untergrundmitglieder, die in den deutschen Gefängnissen sassen.
         Eigentlich nimmt seine ganze Familie an der Untergrundstätigkeit teil. Die Ehefrau ist eine Mälderin, die 12-jährige Tochter tarnsportiert oft geheime Dokumente, die in Dosen mit „Sidol“ mit einem abschraubbaren Unterteil versteckt sind, von einem Teil Warschaus in einen anderen. Es werden sogar in dem Kinderwagen von dem kleinen Maciek manchmal illegale Presse, Gewehr und Granate transportiert.


Die Konspiranten während eines Spaziergangs

         Eine kleine Pragawohnung der Familie ist wie ein grosses Fass mit Dynamit. Alle Möbel, die man dorthin stellen konnte, wurden auf Auftrag von einem Konspirationstischler gemacht und mit verschiedenen besonderen Verstecken aussgestatten. Es gibt also eine Couch mit einem Geheimfach, eine Toilette mit dreifachem Unterteil, einen Stuhl mit verklebten Löchern in Holzbeinen. In dem Küchenschrank und in den Badezimmermöbel sind auch verschiedene Tischlergeheimnisse versteckt. Alle diese Verstecken sind voll von Gewehr, Granaten, Presse, Geheimschriften, Gripsen, Diagrammen und Landkarten. Diese Verstecken funktionierten auch nach dem Krieg. Dank ihnen ist das Okkupationsarchiv von „Bolek“ erhalten geblieben, trotz mehreren Besuchen von UB (Sicherheitsamt), deren Funktionäre danach gesucht haben.
         Der Vater macht manchmal mit der kleinen Tochter „Landschaftsausflüge“. Die Tochter hat eine grosse Puppe dabei. Während dieser Ausflüge beobachtet der Vater Eisenbahngleise und deutsche militärische Transporte. Die Tochter begleitet den Vater auch während den Expeditionen in die Nähe der Warschauer Ghettomauer. April 1943 analysiert Major Janaszek die Situation hinter dem kämpfenden Ghetto und überlegt wie man den jüdischen Kämpfenden helfen könnte. Es wurden einige solche Versuche unternommen, wo die Waffen geliefert und Gruppen von jüdischen Soldaten hinter die Mauer übergesetzt wurden. Es hatte, leider, keinen bedeutenden Einfluss auf den Aufstand im Ghetto.
         In dieser grausamen Zeit versucht der hartnäckige Kämpfer für die Unabhängigkeit Polens wenigstens eine Weile für seine Kinder zu finden, die er sehr liebt, un deren er trotz bester Willen zu wenig Zeit widmet. An seinen kleinen Sohn denkend kauft er eine sehr schöne Ausgabe von „Märchen aus Tausenundeiner Nacht“, populäwissenschaftliche Bücher Lwow Schulverlag „Stunden der Jahrhunderte“, „Die Welt kleiner und grosser Sachen“, „Die Brüder aus ganzer Welt“, „Vom Einmaleins zum Differential“, „Lilavati“, „Nach Pitagors Spuren“ aus der Sankt Wojciech Buchhandlung. Diese Bücher, die nach dem Krieg erhlaten geblieben sind, mit vielen anderen, haben zukünftige Leidenschaften und Interessen des Sohnes, darin auch eine grosse Liebe zur Belletristik, angefangen. In seiner freien zeit liest er der Tochter die Klassik der polnischen Literatur vor: Sienkiewicz, bringt ihr die Liebe zu Prus, zu Orzeszkowa, zum Reymont, Konopnicka, Asnyk bei. Auf dem Tannenbaum am Weihnachten 1943 kann man wunderschönen Schmuck bewundern, der selbst von Major Janaszek – Stabchef der Diversionskommandatur KG der Heimatarmee gebastelt wurde.
         Seine Bemühungen waren nicht umsonst. Nach vielen Jahren wurde seine Tochter Halina, nach dem Abschluss der Warschauer Universität, Proffesor der Slavistik, und sein Sohn, Absolvent der Warschauer Technischer Hochschule – diplomierter Ingenieur der Elektronik.
         Zwischen 1943 – 1944 die Kedyw Truppen haben viele spektakuläre Aktionen durchgeführt. Es wurden viele Gestapo – Büttel von der Szucha Alee, Funktionäre des Gefängnises in Pawiak und Gesiowka beseitigt. Janek „Rudy“ Bytnar wurde befreit in der Aktion vor dem Arsenal, es wurde eine Kampf-Represion-Aktion in Wilanow gegen Volksdeutschen – deutschen Ansiedlern durcheführt. Am 1. Februar 1944 wurde während einer Strassenattentat General Brigadeführer-SS und der Polizei in Warschau Franz Kutschera beseitigt, der direkt für die Eskalation der Massenhinrichtung auf polnischer Bevölkerung veratwortlich war. Alle diese Aktionen wurden von der Führung von Kedyw KG AK koordiniert. Das Recht zum Unterschreiben der Dokumente, die an besondere Einheiten gesendet wurden, hatten nur diplomierter Oberstleutnant August Emil „Nil“ Fieldorf, Oberstleutnant Jan „Radoslaw“ Mazurkiewicz und diplomierter Major Waclaw „Bolek“ Janaszek. Die Netze von vielen Attentaten trafen sich in den Händen von dem Stabchef von Kedyw, z.B. das berühmte Attentat auf Kutschera, das er mit ihm spezifischer Präzision, sogar Pedanterie, vorbereitet hat, weil jede Kleinigkeit wichtig war, jede Vernachlässigung eines Details beim Planen und Rechnen konnte zum Tode vieler Kriegskameraden führen.

Der Aufstand


         Der August 1944 näherte sich. Als ein Staboffizier, der der Zugang zu grössten Geheimnissen hatte, kannte „Bolek“ militärische Möglichkeiten Warschauer Aufstandstruppen und die politische Realität. Er war darüber überzeugt, dass der Aufstand, dessen Ausbruch kam, keine Chancen ohne Unterstützung der kommenden Rotter Armee hat. Aus anderer Seite, weil er das Schicksal der AK Truppen auf den von den Russen besetzen Gebieten kannte, der Soldaten der AK Truppen, die an der Befreiung von Wilno teilgenommen haben, hatte er keine Illusionen wenn es um Absichten von Stalin ging.
         Seine Ehefrau und seine Tochter errinerten sich an das Moment des Abschieds vor dem Aufstand. Als er sich vor der Stunde „W“ („W“ für „wybuch“ d.h. Ausbruch) von seiner Familie verabschiedete, tauschte er mit ihnen seine Zweifel aus:
         - der Warschauer Aufstand – sagte er indem er den Rucksack auf den Rücken nahm, wo sich Wechselunterwäsche, Kochgeschirr und Zwieback befand – wird die Pechsträhne polnischer Aufstände verbreiten, die beste Jugend wird sich ausbluten, und es wird einen Gewinn nur politischen Geiern bringen.
         - Geh also nicht – sagte die verzweifelte Ehefrau – bleib mit uns in Prag. Du wirst es irgendwie nachher erklären.
         - Ich bin ein Soldat – antwortete Waclaw – Es ist der Pflicht eines Soldaten, Befehlen zu folgen, sonst ist er ein Vaterlandsverräter und ein Deserteur und verdient nur eine Kugel durch den Kopf.
         Trotzdem, dass der erfahrene Offizier, der die politische und militäre Realien kannte und keine besondere Chancen für en Erfolg des Aufstands sah, stellte sich Wacek nicht vor, dass er in diesen Tagen nicht mit seinen, oft viel jüngeren Kampfkameraden nicht sein konnte und sie nicht mit seiner Erfahrung unterstützte. Er stellte sich zum Kampf nicht wegen jugendliches Eifers, eines naiven Glaubens in den Sieg, aber wegen eines tiefen Pflichtgefühls, eines Gefühls der Verantwortung für sein Land, seine Hauptstadt, seine Soldaten. Er gehörte zu dieser Generation der Menschen, die handelten, wie „es sich gehörte“.
         Die Aufstandstruppe „Radoslaw“, derer Satbchef Major Waclaw Piotr „Bolek“ Janaszek Stabchef war, bestand aus auserlesenen Bataillons von Kedyw KG AK: „Czata 49“, „Miotla“, „Parasol“, „Piesc“ und „Zoska“, Kompanie „Topolnicki“, eine Truppe der Frauen-Kampf-Diversion „Dysk“ und Kompanie von Kedyw OW „Kolegium A“. Anfang des Aufstands zählte die Aufstandstruppe etwa 2.300 Soldaten. Der Kampfweg durch Wola über die Altstadt, Czerniakow Brückenkopf, Mokotow und Stadtmitte haben sie mit etwa 230 Spoldaten beendet. Die Verluste erreichteten also ung. 90% der Anfangszahl.
         Am 1. August 1944 um 12 Uhr in der Wohnung in Krucza Strasse 42 in der Stadtmitte fand die Beratung der Führung von Aufstandstruppe „Radoslaw“ statt. An der Beratung haben teilgenommen: Kommandant der Truppe Oberstleutnant „Radoslaw“ (Jan Mazurkiewicz), Stabchef „Bolek“ (Waclaw Janaszek), Sanitariatchef Major „Skiba“ (Cyprian Sadowski), Verbindungschef Hauptmann „Horodynski“ (Waclaw Hojna), Kommandant der Brigade Broda 53 Hauptmann „Jan“ (Jan Kajus Andrzejewsi), Kommandant des Bataillons „Parasol“ Hauptmann „Plug“ (Adam Borys), Kommandant des Bataillons „Miotla“ Hauptmann „Niebora“ (Wladyslaw Mazurkiewicz), Kommandant der Deckungsabteilung Leutnant „Tatar“ (Franciszek Jurecki), Kommandant der Nachhut Hauptmann „Sawa“ (Mieczyslaw Kurkowski) und Quartiermeister Oberleutnant „Szczesny“ (Nowosielski). Während der Beratung wurden die Stunde K (Konzentration) und die Stunde W (Aufstandsausbruch) bekanntgegeben. Nach der Besprechung von manchen Zweifeln wurde die Beratung um 12:25 Uhr beendet. Danach sind die Teilnehmer zu ihren Truppen gegangen, um die Befehle anzuordnen.
         Als Sammelort der Führung vor der K Stunde, nach früherer Erkundung, wurde das Haus in Okopowa Strasse 16/17 festgesetzt. Dort wurde die Art und Weise der Verbindung mit Hauptkommandatur von Dr. „Przemyslawa“ (Zofia Maternowska) und die Mälderin „Malgorzata“ (NN – nicht bekannt) festgestellt. Um 16:00 Uhr am Konzentrationsort der Truppenführung an der Okopowa Strasse 41 an der Ecke mit der Mirecki Strasse haben sich Oberstleutnant „Radoslaw“, Major „Bolek“, Major „Igor“ – Pionierenchef, Hauptmann „Horodynski“, Leutnant „Tatar“ und Chef der Konspirationsversorgung Leutnant „Rebisz“ (Franciszek Hamakiewicz) gemeldet. M.p. (miejsce pobytu – Aufenthaltsort) der Kommandatur wurde so ausgewählt, dass es sich in der Mitte von allen Kampftruppen und gleichzeitig an der Hauptarterie der Wohnviertel befand. In der direkten Nachbarschaft in der Okopowa Strasse 35 wurde Quartiermeisteramt lokalisiert.
         Nach den ersten Bestimmungen sollte sich der Sitz der Hauptkommandatur von AK während des Aufstands im südlichen Mokotow (Chylicka Strasse) wegen naher Nachbarschaft der Rundfunkstation und des Flughafens befinden. Daneben sollten der KG AK untergeordneten das Regiment „Baszta“ und die Truppe „Radoslaw“ konzentriert werden, die zusammen ungefähr 4.500 Soldaten hatten. Sie waren die am besten bewaffneten Truppen und dazu noch war „Radoslaw“ auch in den Kämpfen abgehärtet. Sie bildeten, ausser Deckung der Hauptkommandatur, auch eine starke Nachhut, die einen grossen Einfluss auf die Gefechtsentscheidung in Warschau haben könnte.
         In einem letzten Moment, wahrscheinlich am 29. Juli, wurde entschlossen, das Hauptquartier von KG AK mit General Bor-Komorowski in der Fabrik Kamlers in Dzielna Strasse und das Quartiermeisteramt in dem Gerichtsgebäude in Leszno zu organisieren. Gleichzeitig forderte der Aufstandsführer Oberst „Monter“ (Antoni Chrusciel), dass das Regiment „Baszta“ in Mokotow bleibt. Es verursachte eine reorganisation der Verbidung und Aufgabenwechsel für die Truppen. Die Nachhut der Hauptkommandatur wurde geteilt und ausserdem hatte die Truppe „Radoslaw“ keine Zeit, die neuen Aufgaben zu bearbeiten. Es hatte einen bedeutenden, negativen Einfluss auf den Verlauf des Aufstands. Dazu kam noch Chaos wegen der Anordnung von Oberst „Monter“ über die Konzentration für den 27. Juli, was dann abgesagt wurde. Der neue Befehl vom 31. Juli 19:00 Uhr, der eine neue Mobilisation und den Ausbruch des Aufstands am 1. August um 17:00 Uhr anordnete, wurde plötzlich in anderen Verhältnissen erteilt und hat die meisten Kommandanten überrascht.
         In der ersten Phase des Aufstands erreichte die Mehrhit der Truppen ihren Personenstand nicht, es ist auch nicht gelungen, einen Teil des Gewehrs aus den Konspirationsmagazinen herauszubekommen.
         Die Truppen von „Radoslaw“ wurden verlegt:
         - „Broda“ – Telefunken Fabrik in Mireckiego Strasse, Judenfriedhof und „Skra“ Sportplatz
         - „Parasol“ – evangelischer Friedhof, kalwinischer Friedhof
         - „Miotla“ – die Kreuzung von Wolnosc und Nowolipie – Nowolipki Strasse 92 bei der Zielna Strasse vis a vis des Gebäudes von Tabakmonopol
         - „Czata 49“ – evangelischer und kalwinischer Friedhof – eine Kapelle und Totengräberhaus; der Rest der Nachhut in der Karolkowa Strasse vor dem kalwinischen Friedhof
         Um 17:00 Uhr haben die Truppen von „Radoslaw“ den Ansturm auf die Okopowa Strasse angefangen. Das Bataillon „Zoska“ hat die Kaserne in einer Schule in der Sankt Kinga Strasse erstürmt, wo es Gefangene genommen und Gewehr erworben hat. „Zoska“ hat auch Pfeifer Fabrik und Judenfriedhof besetzt. Schnell gesammelte Truppen von „Zoska“, „Parasol“ und „Miotla“ sind mit Hilfe der Hauptkommandatur in Dzielna Strasse gegangen und die Deutsche zum Rückzug gezwungen haben. Das Bataillon „Piesc“ hat den kalwinischer Friedhof besetzt. „Miotla“ hat die Einmündung der Okopowa Strasse, wo sie sich mit Zytnia verbindet, geschlossen. Daneben hat sich „Czata“ den Platz genommen. Die Truppe „Kolegium A“ hat grosse Lebensmittel– und Uniformenmagazine in Stawki Strasse erworben. Man hat die Schule in Niska Strasse besetzt und dort ungefähr 100 ungarische Juden befreit. In späten Abendstunden hat major „Bolek“ mit Feuerwerker „Skala“ und mit Hilfe von Mälderin „Jaga“ einen sicheren Verbindungsweg über Dächer, Bäumen und Kaminen mit der Hauptkommandatur bestimmt. Der Weg direkt durch Dzielna war nicht möglich wegen starker Beschiessung. In der Nacht haben die Soldaten von „Miotla“ die Fabrik von Tabakmonopol in Dzielna Strasse erstürmt. Die 2. Kompanie von „Zoska“ hat einen Teil des Arbeitslagers in Gesiowka zwischen Gesia und Gliniana Strasse mit zwei Wächtertürmen von der Seite von Okopowa besetzt.


Musterung der Truppe „Radoslaw“ in Wola von dem Kommandant der Heimatarmee; von links: Major Waclaw „Bolek“ Janaszek, General Tadeusz „Bor“ Komorowski, Oberstleutnant Jan „Radoslaw“ Mazurkiewicz, Jozef „Szymon“ Krzyczkowski (beigeordneter Offizier)

         Am 2. August fahren einige Panzer in Okopowa ein. Während der Schlacht erstürmen die Soldaten von „Zoska“ 2 Panzer, die danach in der Kampf von den Aufständischen verwendet werden, man bildet Panzerabteilung unter dem Befehl von Oberleutnant „Brzoza“ (Waclaw Micuta). In dem ganzen Wohnviertel dauern erbitterte Kämpfe. Die Truppe „Sosna“ versucht die Schule an der Ecke von Zelazna und Leszno zu erstürmen. Oberstleutnant „Radoslaw“ nimmt „Miotla“ zur Hilfe, um die Zusammenarbeit zu besprechen, schickt er Major „Bolek“.


Deutsches „Panther“ besetzt von den Soldaten von dem Bataillon „Zoska“

         Am 3. und 4. August dauern noch erbitterte Kämpfe. Am 4. August um 14:00 Uhr wird einen Angriff auf eine starke Gruppe der Polizei im Ghetto durchgeführt. Teil daran nehmen: die Bataillons „Miotla“ und „Zoska“ mit Unterstützung von aufständischen Panzer und Ünterstützung von der Seite Leszno und Zelazna von den Truppen „Gustaw“ und „Ostoja“ vom Süden. Sie wird von Major „Bolek“ geführt. Sie werden wegen der deutschen Bombenangriffe zurückgehalten. Sie sollten um 17:00 Uhr, nach der „Aktivierung“ der Truppen von Hauptmann „Sosna“, wiederaufgenommen werden. Nach ersten Erfolgen, bringt der Angriff keine gute Wirkung wegen fehlender Zusammenarbeit der Truppen von der Leszno Seite.
         Nach der Information, dass sich der Gegner nach die westliche Seite Wolas durchgekämpft hat, wurde eine Sache sehr dringend - die Deutsche aus dem Ghetto zu verdrängen. Die Truppe „Radoslaw“ erlitt grosse Verluste. Feldkrankenhaus Karols und Marias ist voll von Verletzten. Am 5. August kommt von der westlichen Seite durch die Strassen Wolska, Gorczewska, Zytnia und Dlugosza einen gewaltigen deutschen Ansturm. Mit vielen Verlusten wird jedoch zum Stehen gebracht. Um 17:00 Uhr fuhr Major „Bolek“ einen Neben-Gegenangrif in Richtung Wolska mit Teilnahme von den Truppen „Piesc“, „Parasol“, „Czata“ und „Zoska“. Nach einem Erfolg am Anfang, wurde der Gegenangriff mit grossem Feuer des Feindes niedergedrückt und die Truppen sind auf die Startpositionen zurückgezogen. In dieser Zeit hat das Bataillon „Zoska“ mit Hilfe von Panzer das Lager Gesiowka erstürmt und die dort gefangen sitzenden Juden befreit. Die überlebenden Deutsche sind zum Pawiak zurückgezogen. Die Eroberung von Gesiowka hat „Radoslaw“ Verbindung mit der Altstadt ermöglicht.
         Der Untergang von Wola fängt an. Ein Teil der Situationsmeldung von Major „Bolek“ vom 8. August um 10:00 Uhr zeigt deutlich das Grauen der Situation:
         „Der feindliche Kader des Krankenhauses st. Zofias (an der Ecke Zytnia und Zelazna), nach der Bombardierung von der Luftwaffe, ist zum Objekt 103 gezogen und hat die Fahne mit dem Hackenkrez aufgehängt. Vom 23:00 bis 4:00 Uhr haben unsere Abwurfstellen vergebens auf einen Abwurf gewartet. Um 3:00 Uhr hat die nördliche Strecke eine Aktion auf einen feindlichen Panzerzug auf der Randlinie durchgeführt, um ihn zu zerstören. Die Aktion ist missglückt – wir verloren 6 Soldaten, hatten 2 Verletzten. Es wurde festgestellt, dass die Randlinie auf dieser Strecke mit einer ständigen Linie der verstärkten Stellen versichert ist, die mit Maschinengewehr und leichtes Geschütz ausgerüstet sind. In der Nacht ist auf der Strecke ruhig.
         Um 6:00 Uhr hatten Angriffe auf unsere Barrikaden an der Ecke von Zytnia und Karolkowa und Zytnia und Okopowa angefangen. Bis 9:00 Uhr wurden 4 Angriffe zurückgeschlagen (wobei 3 bei Karolkowa). Feindliche Truppen haben 14 Menschen verloren. Auf Karolkowa hat die zurückziehende Infanterie die Zivilbevölkerung als Deckung des Rückmarsches benutzt. Der kalvinische Friedhof, der sehr klein war, war sehr stark beschossen und von niemandem besetzt – wir überwachen ihn durch Beobachtung und Streife. Der evangelische Freidhof wird von kleinen Kampftruppen verteidigt, die auf Hinterhälten basierten. Streckekommandant führt die Nachhut. Um 7:50 wurden 5 Panzerautos des Feinden bemerkt, die zum „Naftusi“ durch die Aussenseite der Randlinie Richtung Gorczewska sich bewegten. 9:00 Uhr – die feindlichen Truppen erweitern die Druckstrecke vom Westen, die bis jetzt zum evangelischen Friedhof reichte, fing die Häuser entlang Soltyka Strasse, vor dem jüdischen Friedhof anzubesetzen. Unsere Barrikade wird stark unter Feuer genommen.
         Die befohlene Beobachtung des Weges Wolska - Chlodna, wegen Feuer und wegen feindlicher Besetztung auf der Leszno Linie, bringt keinen Erfolg. Nur nach den Informationen zufälliger Menschen gehen kleine Elemente der feindlichen Armee nach Westen. Die befohlene Aufgabe, um den Bereich um Leszno und Wolska zu erweitern und dort Barrikaden zu bauen, ist bei dem katastrophalen Zustand der Munition nicht zu realisieren. Ich müsste dazu eine Hälfte unserer Munition zu nutzen, die ich den Schützen der ersten Linie abnehmen müsste. Es drohte eine Katastrophe, weil im Falle eines Ansturms des Feinden hätte ich keine Interventions-Feuer-Nachhut. Störungen der Feindevakuation auf dieser Strecke wird den Feinden dazu zwingen, alle Kräfte gegen meine Gruppe zu richten, und das darf ich auf keinen Fall zulassen.
         Die Stimmung in den Truppen – allgemein pesymistisch, voll von Erbitterung wegen mangelnden Mittel zur Kampf, der schon 8 Tage dauert. Wir kämpfen ohne irgendwelche Hilfe – sowohl unseres Quartierungamtes als auch unserer Allierten. Steigende Situation ruft ein schwiriges Problem zu lösen hervor – was sollten wir mit den Soldaten tun, wenn die Munitionreserven erschöpfen – und das muss am kommenden Tag kommen.
         Das andere Problem ist die Sache mit der Zivilbevölkerung, die bis jetzt, trotz schwieriger Bedingungen, von den Soldaten geschützt wurde. Ich halte es für skandalös, dass bis jetzt niemand von der Regierungsdelegatur auf dem Schlachtfeld erschien, um sich um die Bevölkerung zu kümmern. Der Soldat merkt das und kommentiert auf seine Art und Weise. Ich kenne die Situation in der Altstadt nicht, aber habe bemerkt, dass von dort zu mir (über Gesia) eine Truppe mit 200 Menschen, teilweise bewaffnet, unter dem Befehl von irgendeinem „Wilnianin“ kamm, was zeigt mir, dass dort die Unsicherheit- und Depressionstimmung entsteht. Auf einer vorgeschobenen Stelle, wo infolge dieser oder jener Geschehenskonstruktion muss ich Verantwortung für tausende von Zivilisten und Soldaten tragen, muss ich mich so genau wie möglich in der allgemeinen Lage orientieren...“



Bericht von Major „Bolek“ vom 8. August 10:00 Uhr

         Auf eroberten Gebieten begehen die Deutsche Massenmorde auf der Zivilbevölkerung, indem sie tausende Menschen töten. Die Soldaten von der Truppe „Radoslaw“ werden in der ständigen Schlacht Richtung Stawki und Altstadt gestossen. Es wird um Okopowa und Friedhöfe gekämpft. Am 11. August hält das Bataillon „Miotla“ den deutschen Angriff bei dem Parysowski Platz und bei dem Tor der Magazinen in Stawki auf. In einem direkten Gefecht, im mörderichen Feuer der Maschinenwaffen fällt Hauptmann „Niebora“ (der Bruder von „Radoslaw“) und „Radoslaw“ wird schwer verletzt. Das Bataillon „Miotla“ verliert fast eine Hälfte des Personenstandes, viele Offiziere kommen ums Leben. Die Führung der Truppe „Radoslaw“ übernimmt um 11:15 Major „Bolek“.
         Major „Bolek“ berichtet um 12:20:
         Die Situation auf dem rechten Flügel unserer Strecke wurde überwunden. Stawki in unseren Häden. Wir besetzen Szczesliwa, Parysowski Platz, die Ecke von Okopowa und Powazkowska. In der St. Kinga Schule und in der Pfeifer Fabrik sehr starker Feuer der Mörser und der Artillerie (Panzer von der Seite Powazki), bis jetzt kommt kein Angriff vom Westen. Wegen grosser Verluste an Offizierkader nehme ich eine Reorganisation der Führung vor. Ich möchte heute das ganze Bezirk behalten. Oberstleutnanst Radoslaw Zustand – keine Todesbedrohung. Ich lasse ihn ins Jan Bozy Krankenhaus evakuieren. In der „Miotla“ Truppe sind Kommandant des Kompanieführers Niebor und zwei Offiziere ums Leben gekommen. Ich bitte um Munition. Wir brauchen für die Mörser 81 Mm.

Führer der Truppe „Radoslaw“
Major „Bolek“





Bericht von Major „Bolek“ vom 11. August 1944 19:00 Uhr


         Als die Deutschen mit dem Kampf beschäftigt sind, ziehen die Truppen von „Radoslaw“ Richtung die Altstadt zurück. Die Hauptkommandatur AK wird zum Krasinskich Palast in Dluga Str. 7 verlegt. Erschöpfte Truppen von „Radoslaw“ besetzen die Verteidigungslinien der Altstadt vom Süd-Westen.









Berichte von Major „Bolek“ vom 12. August 1944


         Nach dem 13. August besetzt die Truppe unter dem Befehl von Major „Bolek“ die Gebäude zwischen Zoliborska, Pokorna, Muranowska, Przebieg und Bonifraterska. Von Wola in die Altstadt sind 659 Soldaten, darin 56 Offiziere durchgekommen. Die Kommandatur der Truppe hat zuerst in Muranowska 4 – Przebieg 2 stationiert, dann wurde in Mlawska 5 verlegt.
         Die ganze Zeit werden gewaltsame feindliche Angriffe von der Seite von Traugutt Schanze, Gdanski Bahnhof und Stawki zurückgeschlagen. Am 14. August schickt Major „Bolek“ zum Ansturm die Nachhut und zwingt den Feinden mit Vrlusten zum Zurückziehen in Richtung Stawki. Die Truppe leidet nächste Verluste in Toten und Verletzten. Die ganze Zeit dauert gewaltsamer feindlichen Druck auf die Altstadt. Am 15. August stellt Oberstleutnant „Radoslaw“ einen Beförderungsauftrag zum Oberstleutnant für Major Waclaw „Bolek“ Janaszek aus.


Situationsskizze Position der Truppe „Radoslaw” vom 15. August 1944 vorbereitet von Major „Bolek“

         In der Nacht 21./22. August wird ein Ansturm Richtung Gdanski Bahnhof von zwei Seiten durchgeführt: von Zoliborz und von der Altstadt. Es sollte zur Verbindung zwei kämpfenden Stadtteilen führen. Der Ansturm von Zoliborz fängt gegen 2:30 an. Teil nehmen die Truppen von „Zywiciel“ mit ungefähr 3000 Soldaten und der Truppe von Major „Okon“, die aus Puszcza Kampinoska mit der Zahl von 650 Soldaten gekommen ist. Der Angriff hat ohne entsprechender Sinchronisation angefangen. Aufständische sind ins Feuer von Cytadela, von einem Panzerzug und von Traugutt Schanze geraten. Der Ansturm von der Altstadt kam etwas später um 3:00. Es haben daran Kompanie des Bataillons „Zoska“, „Czata“ und Kompanie von Oberleutnant „Konrad“ von der Volksarmee AL teilgenommen – zusammen ungefähr 350 Menschen. Der ganze Ansturm wurde von Major „Bolek“ geführt. Nach dem Einmarschieren auf den Fussballplatz von „Polonia“ gerieten sie ins Kreuzfeuer von der Traugutt Schanze und Cytadela.
         Dazu wurden sie vom Nebenfeuer von Legiony Schanze und von der Seite Ghettos Ruinen beschossen. Die Truppen erlitten grosse Verluste und sind am Morgen auf die Startpositionen zurückgezogen.
         Der Ansturm endete mit einer totalen Niederlage. Die Verluste auf der Seite von den Aufständischen schätzt man auf 500 Toten und Verletzten. Die Hoffnung auf Verbindung von Altstadt und Zoliborz ist verschwunden. Eine der Ursachen der Niederlage war, dass der Ansturm eilig angefangen wurde und die Truppen aus Puszcza Kampinoska nicht wussten, wie man in der Stadt kämpft. Die Angriffe von zwei Seiten wurden unsynchronisch durchgeführt. Die Verbindung von Zoliborz und Altstadt hat versagt. Die Funkverbindung von „Wachnowski“ und „Zywiciel“ lief nicht direkt, sondern über Funkzentrum des Oberbefehlshabers in Stanmoor bei London.
         Inzwischen wird die Führung der Truppe von Mlawska, wo sich 60 Meter von der Verteidigungslinie befand, auf Kozla 7 verlegt. Am 25. August etwa um 10:00 fällt ein Geschoss von schwerem Zugmörser auf das Gebäude, wo die Führung der Truppe stationiert. Major „Bolek“ wird schwer verletzt, weil ihm die Sprengkraft fast die ganze Wade zerbrochen hat, und Hauptmann „Sawa“ (Mieczyslaw Kurkowski), der seinen Fuss verloren hat. Schwer verletzt sind auch 4 Mälderinen und Hauptmann „Horodynski“. Die Verletzten werden zum Feldkrankenhaus im Gebäude von Archiwum Glowne Akt Dawnych in Dluga 24 gebracht, wo „Bolek“ operiert wird. Die Altstadt erlöscht inzwischen. Plötzlich wird das Krankenhaus von den Deutschen besetzt. Es kam zu erschütternden Szenen, weil die Mörder von der Gruppe Dirlewangers die Verletzten Polen zu töten angefangen haben. In dem Krankenhaus befanden sich aber auch verletzte SS-Soldaten, die vorher von den polnischen Ärzte und Krankenschwestern behandelt wurden, und jetzt traten für die Polen ein. Bald haben die Polen das Krankenhaus entsetzt.
         Der Ring der Deutschen rings um die Altstadt schloss sich immer enger. Die Truppen von „Radoslaw“ sind in Richtung Krasinskich Platz zurückgezogen, wo sich der Eingang zu einem Evakuationskanal befand. In der Nacht zwischen dem 31. August und dem 1. September kämpft ein Teil des „Zoska“ Bataillons über deutsche Positionen im Saski Garten durch und erreicht polnische Stellen in der Nähe von Zielna Str. Der Rest der Truppe zieht über Kanäle in der Nacht zwischen dem 1. und dem 2. September vom Krasinskich Platz zu Nowy Swiat bei Warecka Str. Zurück. Mit der Truppe werden auch der verletzte Major „Bolek“ und Hauptmann „Sawa“ evakuiert. Sie werden von freiwilligen Juden, die in Gesiowka von „Zoska“ befreit wurden, getragen. Die Verletzten bekommen das ganze Entsetzen des Kanalwegs nicht. Beide sind bewusstlos und mit hohem Fieber. Sie sind mit ihren Soldaten in Warecka Str. hervorgekommen.
         Der Rest der Truppe wird nach 2 Tagen Ruhe auf den Czerniakowski Brückenkopf zur weiterer Schlacht gerichtet. Beide verletzte Offiziere werden zum weit entfernten Feldkrankenhaus in einer Schule in Drewniana Str. 8 in Powisle transportiert. Was sind die Gründe dieser unverständlichen Entscheidung? Es befindet sich doch in der Nähe das Krankenhaus in Konopczynska Str. 7. Organisationschaos oder schlechter Wille. Mälderinnenkommandantin der Truppe Hauptmann „Irma“ (Anna Mazurkiewicz) sofort danach, als sie das erfuhren hat, hat in Richtung Drewniana Str. eine Sanitärpatrouille geschickt, mit einer Anordnung, die verletzten Staboffiziere zurückzubringen. Es war, leider, schon zu spät. In Richting Powisle wurde ein grosser deutscher Sturmangriff gerichtet, der Stadtmitte von der Weichsel abschneiden sollte. Am 6./7. September fiel Powisle. Das Krankenhaus in Drewniana Str. geriet in die deutschen Hände. Die leicht Verletzten wurden vorher evakuiert. Die schwer Verletzten sin geblieben. Nach Zeugenberichten wurde die ganze Evakuation wahrscheinlich von einem Arzt aufgehalten, weil dort seine schwer kranke Mutter lag und er um ihren Zustand während der Evakuation fürchtete.
         Verletzte Aufständische haben die Armbinden und die Helme versteckt und das Krankenhaus wurde als zivil den Deutschen angemeldet. Sie haben es scheinbar wahrgenommen, aber schon am nächsten Tag haben, wie zufällig, eine Granate ins Erdgeschoss, wo Betten standen, geworfen. Der Krankenhauskader hat die Verletzte in den Keller gebracht, wo sie auf die Matrazen gelegt wurden. Um die verletzten „Bolek“ und „Sawa“ kümmerte sich eine Krankenschwester Romana Kurkowska, die Ehefrau von Hauptmann „Sawa“. Schon in Drewniana Str. ist „Bolek“ das zweite Mal operiert worden. Die Wunde heilte gut, was Hoffnung auf die Wiederherstellung seiner Gesundheit gab.
         Das Krankenhaus blieb in Unsicherkeit auf herrenlosem Land noch weitere Tage. Nach Zeugeberichten kümmerte sich um es irgendwie ein Wehrmacht Soldat – ein Schlesier, der das Essen brachte und die Kranken tröstete, dass bald die Russen kommen und sie frei werden. Dieser Zustand dauerte bis zu dem 27. September. An diesem Tag, als Mokotow kapitulierte und wehrlose gefangene Aufständische in Dworkowa Str. ermordet wurden, sind gegen 14:00 ins Krankenhaus Soldaten aus der Kampftruppe von SS-Gruppenführer Heinrich Reinefahrt eingedrugen. Unter Schreien und Schlagen befohlen sie dem Krankenhauskader das Krankenhaus zu verlassen und mit den Gesichtern vor der Mauer stehenzubleiben. Sie selbst sind in den Keller runtergelaufen, wo die Verletzte lagen: nach einer Weile liess sich Schüsse zu hören... Als sich die Mörder wieder auf dem Hof befanden, rauchten noch ihre Pistolenlaufen. Schreiend: „Es entsteht hier ein Krematorium“- sind die Verbrecher in den Schulgarten gelaufen, wo sie zwei Sanitäterinen erschossen haben. In dieser Zeit ist Romana Kurkowska, die die ganze Zeit sich um ihren Mann Hauptmann M. Kurkowski und Major W. Janaszek kümmerte, in den Keller gelaufen, um zu sehen, was mit den Kranken pasierte. Vor ihren Augen zeigte sich ein grausamer Anblick. Alle Verletzten waren tot. Über jedem Bett sah man blutige Flecken. Kompanieführer „Sawa“ Kurkowski, der näher des Eingangs lag, wurde als der erste ermordet. Sein Kopf war total zerfleischt, weil die Mörder mit einem schweren Geschütz geschossen haben (nach der Befreiung Warschaus hat man im Keller Geschosshülsen mit 9 Mm. Kaliber gefunden). Major Wacek „Bolek“ Janaszek lag auf einem zweiten Bett. Einer von den Aufständischen wollte wahrscheinlich fliehen und ist in den Korridor zwischen dem Saal und der Küche gelaufen, weil er dort tot gefunden wurde. Romana Kurkowska versuchte aus einer Hand ihres Mannes den Ehering und die Uhr auszuziehen, aber das erlaubte ein Deutsche nicht, der gerade im Keller erschien.          Unter den Ermordeten befand sich auch ein junger Aufständische von der „Genowefa“ Kompanie des Bataillons „Gustaw – Harnas“ Konrad Eryk „Pistolet“ Lisiecki. Neben ihm lag erschossene Mutter, Nadzieja Lisiecka, die sich um den Jungen kümmerte und verzweifelt ihn zu schützen versuchte.
         Nach der Exekution wurden die Leichen mit Benzin verbrannt. Der Krankenhauskader stand an der Wand, wo er auf die Exekution wartete. Eine Weile davor kam ein deutscher Offizier, der alles aufgehalten hat. Die am Leben gebliebene sind mit anderen Zivilisten gegangen.
         November 1944, einige Monate nach der Niederlage des Aufstands, ein Bruder des ermordeten im Krankenhaus in Drewniana Str. Jerzy Lisieckis, auch ein Aufständische aus der Kompanie „Genowefa“ „Jerzy II“, dem es gelang in die Gefangenschaft nicht zu geraten, ist mit einem Pferdewagen nach Warschau aus Pruszkow gefahren, unter dem Vorwand, dass er Werkzeug von seinem Werkstatt in der Stadtmitte bräuchte. Er gelang in die Drewniana Str., wo die verbrannten Leichen lagen demselben Platz lagen. Sie waren fast nicht zu erkennen. Er hat seine Mutter – Halb-Griechin – nach ihren wunderschönen dunklen Haare, mit charakteristischer grauen Strähne, die sie seit ihrer Jugend hatte, erkannt. Erst im Februar 1945, nach der Befreiung Warschaus wurden die Toten in einem gemeinsamen Grab auf der anderen Seite von Drewniana 7 begraben.
         Im Mai 1945 haben sich bei dem Grab Familien der Ermordeten versammelt. Die Leichen, die sich schon im Auflösungszustand befanden, wurden rausgenommen und nach den Bekleidungsresten und Zähnen von den Familien erkannt wurden. Sie wurden in grosse Kasten gelegt. Zwei miteinander verknüpfte Körper wurden von den Witwen als „Bolek“ und „Sawa“ erkannt. Sie haben sich wahrscheinlich infolge der Sprengkraft einer Granate verknüpft. Die Witwen haben beschlossen, das Ihre Männer, die Freunde waren, zusammen in einem Grab ihre letzte Ruhe finden werden.
         Nach der grausamen Operation setzte sich der Leichenzug in Bewegung auf den Militärfriedhof Powazki. Nach kurzer Zeit aus Czerniakow begann seinen letzten Weg, getragen von seinen Freunden aus dem Bataillon „Zoska“, ein Untergeordnete von Major „Bolek“, Oberbefehlshaber Kompanieführer Andrzej „Morro“ Romocki.

Nachwort


         Diplomierter Major der Pioniere Waclaw „Bolek“ Janaszek ist gefallen, bevor er 41 wurde. Er hat 28-jährige Witwe, 14-jährige Tochter (aus der ersten Ehe) und 1,5-jährigen Sohn verlassen. Er wurde nach dem Tode zum Pionierenoberstleutnant des ständigen Dienstes befördert. Für sein Verdienst und Soldatentugend wurde er 3-mal mit der Tapferkeitsmedaille und nach dem Tode mit dem Silberkreuz (5. Klasse) der Kriegsmedaille Virtuti Militari (Nr. 13005 Bef. 512/BP vom 2.10.1944) ausgezeichnet. Sein Name ist auf der Gedächtnistafel in der St. Antoni Kirche in Senatorska 31 und an der Gedächtnismauer in dem Museum des Warschauer Aufstands zu sehen. An der Wand der Grundschule Nr. 41 in Drewniana 8, wo sich während des Aufstands das Feldkrankenhaus befand, hat der Sohn von „Bolek“ in 1965 eine Gedächtnistafel enthüllt.




Anblick vor dem Krieg (aus der Sammlung von Whatfor)

heute

Gedächtnistafel

Die Schule in Drewniana Str. 8


         Oberstleutnant „Bolek“ und Major „Sawa“ (nach dem Tode befördert) haben ihre letzte Ruhe in einem gemeinsamen Grab auf dem Powazki Friedhof in dem Quartier des Mataillons „Miotla“ 24A gefunden.




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Das Grab von Oberstleutnant Waclaw „Bolek“ Janaszek und Major Mieczyslaw „Sawa“ Kurkowski



Ehrenwache bei dem Grab der Väter 1959; vom Links Mietek Kurkowski, Maciek Janaszek

         Ganz daneben befinden sich die Gräber von Major Wladyslaw „Niebora“ Mazurkiewicz, General Jan „Radoslaw“ Mazurkiewicz und Hauptmann Anna „Irma“ Mazurkiewicz.


Die Gräber von der Familie Mazurkiewicz im „Miotla“ Quartier; vom Links: Major Franciszek „Niebora“ Mazurkiewicz, General Jan „Radoslaw“ Mazurkiewicz, Hauptmann Marianna „Irma“ Mazurkiewicz

         Nicht weit entfernt von den Gräbern steht eine rohe Spitzsäule, die für die in der Besetzungszeit und im Warschauer Aufstand Gefallene entstanden ist, mit dem Kreuz Virtuti Militari und mit ergreifenden Worten „Gloria Victis“.




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Das Denkmal Gloria Victis im Quertier der Aufständischen auf dem Militärfriedhof


         Zwei Kommandanten von Kedyw KG AK, Befehlshaber von „Bolek“ sind in polnische, dunkle Nachkriegsrealien geraten.


General Emil August „Nil“ Fieldorf

         General Emil August „Nil“ Fieldorf ist im März 1945 verhaftet und unter anderem Namen, unerkannt ins NKWD Lager nach dem Inneren Russlands verschleppt worden, wo er bis 1947 blieb. Nach der Rückkehr wurde er das zweite Mal von UB (Sicherheitsamt) 1949 verhaftet. Er ist im schändlichen Verfahren zur Todesstrafe verurteilt und am 24. Februar 1953 im Gefängnis in Mokotow in Warschau hingerichtet worden. Bis heute wurde sein Grab nicht gefunden. Er wurde nach dem Tode im Jahre 1957 rehabilitiert. Sein symbolisches Grab, das vom damaligen Verteidigungsminister General Wojciech Jaruzelski gestiftet wurde, befindet sich im Quartier 14A auf dem Militärfriedhof in Powazki.





Symbolisches Grab von General Emil „Nil“ Fieldorf auf dem Militärfriedhof


         General Jan „Radoslaw“ Mazurkiewicz wurde von UB am 1. August 1945 verhaftet.


General Jan „Radoslaw” Mazurkiewicz

         Nach kurzem Aufenthalt im Gefängnis wird er freigelassen und apellierte an die AK Soldaten um die Dekonspiration. Am 4. Februar 1949 wird er wieder verhaftet und bleibt im Gefängnis in Mokotow bis 1956, woher wird er infolge einer Amnestion freigelassen. Er wurde 1957 rehabiliert.
         Stellvertreter des Kommandanten von Kedyw KG AK Oberst Franciszek „Teodor“ Niepokolczycki wurde von UB im Oktober 1946 verhaftet.




Oberst Franciszek „Teodor” Niepokólczycki

Eine Aufnahme aus dem Prozess

         Zum Tode verurteilt, was zum lebenslänglichen Zuchthaus geweckselt wurde. Er blieb im Gefängnis bis 1956. Infolge des „Tauwetters“ im Dezember 1956 wird er freigelassen.

         Am 2. Oktober 1979 bekommt Oberstleutnant Waclaw „Bolek“ Janaszek nach dem Tode eine Gedächtnismedaille der „Radoslaw“ Truppe.


Die Medaille der Heimatarmee Truppe „Radoslaw“

         Am 8. Februar 2002, nach Jahrzehnten von dem Auszeichnen, empfängt sein Sohn ofiziell in dem Kombatantenamt den Orden Virtuti Militari, der seinem Vater 1944 zuerkannt wurde.






Werifikationsbescheinigung, Diplom der Verleihung des Ordens und der Ausweis des Ordens Virtuti Militari der 5. Klasse, die dem Oberstleutnant Waclaw „Bolek“ Janaszek zuerkannt wurden



Chef der Militärabteilung des Amts für Kombatantensachen und unterdrückten Personen Oberstleutnant Jerzy Kozlowski reicht Maciej Janaszek das Silberkreuz des Militärordens Virtuti Militari, über, mit dem sein Vater Waclaw ausgezeichnet wurde

         2004 bekommt das ehemalige Babka Rondell in Warschau, das nicht weit vom Gdanski Bahnhof liegt, den Namen das Rondell der Heimatarmee Soldaten der Truppe „Radoslaw“. Am 10. August 2004, am sechzigsten Jahrestag des Warschauer Aufstands, wurde am Rondell lang erwartete Gedächtnistafel enthüllt, die den Soldaten der „Radoslaw“ Truppe gewidmet wurde. Während des Gefallenenapells wurde auch Oberstleutnant Waclaw „Bolek“ Janaszek erwähnt.

Bearbeitung: Maciej Janaszek-Seydlitz
Halina Janaszek-Ivanickova

         PS. Die Geschichte aus dem Krankenhaus in Drewniana Str. 8, das von dem Dr. Staszewski geführt wurde, ist unklar. Bekannt sind die Namen von nur 6 Opfer, die in den Gräben in Powazki begraben wurden. Es sind: „Bolek“, „Sawa“, Nadzieja und Konrad Lisiecki, Maria und Irena Garbusinska. Die anderen, die dort ermordet wurden, deren Leichen im Frühling 1945 ausgegraben wurden, wurden in drei grossen Särgen als „Nicht Bekannt“ in einem gemeinsamen Grab Quartier 22A (neben dem Grab von K.K.Baczynski) begraben, wo auch Lisiecki i Grabusinski begraben wurden.






Gemeinsames Grab der Ermordeten in dem Krankenhaus Drewniana Str. 8


         Im Laufe Jahrzenten, die verlaufen sind, hat sich niemand gemeldet, der seine Familie gesucht hätte. Es ist nicht bekannt, ob die Dokumentation des Krankenhauses mit der Patientenliste erhalten ist.
         Vielleicht wird jemand von denen, die diese Lebensbeschreibung lesen werden, in dieser Sache etwas erläutern.

Übersetzung: Beata Brzozowska





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