Ich möchte Sie herzlich einladen, über die Betrachtungen von Janusz Waluski zum Thema "Deutsche Panzer während des Warschauer Aufstands im Jahre 1944" zu lesen. Janusz Waluski ist von Geburt an und mit seiner ganzen Seele ein Bürger von Warschau. Er lebt schon sehr lange in dieser Stadt und ist mit ihr emotional verbunden. Er überlebte den Warschauer Aufstand in Wola und in der Altstadt.
          Der Autor ist ein Mensch der Renaissance. Er ist ein Vermessungsingenieur, er schreibt auch Bücher. Er ist auch ein Maler, Kunstfotograf und Modellbauer. Er ist auch ein hervorragender Erzähler.
          Sein Text wird uns in die Realien des Aufstands einführen. Er wird die Atmosphäre der damaligen und schweren Zeit näher bringen.

Maciej Janaszek-Seydlitz

Deutsche Panzer und die Luftwaffe während des Warschauer Aufstands.

          Ich möchte darauf hindeuten, dass ich kein Fachmann für Panzerwaffen bin. Mein Ziel ist es nicht die technischen Parameter und die Details der Panzer, die während des Warschauer Aufstands eingesetzt wurden, zu präsentieren. Denjenigen, die sich für Details interessieren, empfehle ich z.B. den Artikel "Warschau 1944" [pl. "Waszawa 1944"] von Janusz Ledwocha , der in der Monatszeitschrift "Militara XX w." Nr. 148, 2002 erschien.
          Während des Aufstands hatte ich 11 Jahre und 4 Mal begegnete ich die deutschen Panzer. Diese Erlebnisse erweckten in mir das Interesse, die Panzer, die während des Aufstands eingesetzt wurden, näher kennenzulernen.

          Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Aufstands lebte ich mit meiner Mutter in Wola, Chlodna-Straße 18, gegenüber Walicow, in der Nähe der St.-Borromäus-Kirche. Es war der 1. August, ungefähr 17 Uhr. In der Umgebung konnte man noch keine größere Einsätze beobachten. Vor unserem Haus stoppten 2 deutsche Panzer. Ich kann nicht genau sagen, welcher Typ es war. Es war nicht so einfach sie genau zu sehen. Für die Jungs in meinem Alter - damals hatte ich 10,5 Jahre - war es ein Muss diese Fahrzeuge zu sehen.
          In der Pforte unseres Hauses standen 3 Soldaten der Heimatarmee. Die Panzer näherten sich und die Soldaten beschlossen sie mit Hilfe von ... Pistolen unter Beschuss zu nehmen. Zum Glück schimpften Menschen aus unserem Haus die Soldaten aus und brachten sie von den sinnlosen Einfall ab, der tragisch für die Bewohner enden könnte.
          Ich lief stattdessen mit den Jungs auf das 3. Stockwerk, dessen Fenster zur Straße rausgingen, um von oben zu sehen, wie die Panzer aussahen. In der Nähe unseres Hauses befand sich auf der Chlodna-Straße ein Gebäude der Militärpolizei, die bekannte Nordwache. Als wir aus dem Fenster herausschauten, bemerkten die Deutschen, dass sich etwas bewegte und schossen eine Salve aus dem Maschinengewehr Richtung unseren Hauses. Es hat nicht viel gefehlt und wir würden durch meine Neugier getötet. So gestaltete sich meine erste Begegnung mit einem Panzer. Zwar habe ich sie von oben gesehen, aber aus einer kurzen Entfernung. Ich kann sie nicht identifizieren, aber es waren wahrscheinlich Sturmgeschütze.
          An diesen Punkt möchte ich erläutern, was ist der Unterschied zwischen einem Sturmgewähr und einem Panzer. Ein Panzer hat in der Regel einen drehbaren Panzerturm, und ein Sturmgewehr hat keinen. Beim Sturmgeschütz kann man nur ein paar Grad mit dem Rohr manövrieren. Bei größerem Umfang muss man das ganze Fahrzeug Richtung Schuss aufstellen.
          Das Gebäude der Nordwache, dass später durch die Aufständischen eingenommen wurde, überdauerte noch bis heute. Eine Gedenktafel befindet sich auf ihm. Bedauerlicherweise gibt es heutzutage das Verlangen, das Gebäude zu besudeln. Ein Bauunternehmer plant zusätzliche 2 Stockwerke anzubauen. Gegen diese Entscheidung protestieren verschiedene Gesselschaften, darunter die Gesselschaft der Chlodna-Straße.

          Meine zweite Begegnung mit einem Panzer war schon in der Altstadt. In den ersten Tagen des August haben wir unsere Wohnung auf der Chlodna-Straße verlassen, weil die Deutschen sich an die Wronia-Straße näherten. Die Straßen Chlodna und Elektoralna standen unter Beschuss. In dieser Situation gingen ich und meine Mutter am 6. August in die Altstadt. Ich ging spazieren. Es war gerade sehr ruhig, niemand schoss, niemand brüllte. Leute gingen durch die Straßen, Geschäfte waren geöffnet. Ich schaute zusammen mit meiner Mutter die Aufstands-Defilee auf der Dluga-Straße an. Meine Mutter hatte eine Freundin in der Neustadt und später ging sie die Freundin besuchen.
          Ich nutzte die Gelegenheit und fing an sich durch den Krasinski-Platz umzuschauen. Ich kannte die Altstadt nicht, alles war hier neu für mich und sehr interessant. Auf den Krasinski-Platz, in der Nähe der Swietojerskiej-Straße, befand sich eine Hütte aus Holz. Hinter dieser Hütte wurden Flaschen mit Benzin, die zur Vernichtung der Panzer gedacht waren, aufgestellt.
          Es hat sich so ergeben, dass aus dem Nichts und auf eine ungewisse Art und Weise zwei deutsche Panzer sich plötzlich auf den Krasinski-Platz befanden. Menschen fingen an zu schreien, ich solle mich verstecken. Wo konnte ich mit verstecken - nur hinter die Hütte mit den Benzinflaschen. Wenn die Deutschen auf die Idee kämmen, einen Schuss auf die Hütte abzufeuern, würde ich jetzt nicht von diesem Ereignis erzählen können. Zum Glück haben die Panzer eine Weile auf dem Platz verbracht, aber dann zogen sie sich durch eine Lücke im Gebäude in der Bonifraterska-Straße zurück. Dies war meine zweite Begegnung mit den Panzern.

          Die dritte Begegnung, am 13. August, war sehr schmerzhaft für mich. Ich befand mich in direkter Reichweite der Explosion eines mit Sprengstoff gefülltem und mit einem Zeitzünder ausgerüstetem Panzer. Dies ereignete sich auf der Kilinski-Straße. Dort wurde ich schwer verletzt. Ich spüre dies noch bis heute. Aber ich überlebte. Den Tod fanden dort über 300 Menschen, und einigen Angaben zufolge, waren es sogar 500.
          Es ist ein besonderer Fall. Einen zweiten, solchen Massaker gab es während des Aufstands nicht. Es gab jedoch Fälle, wo wegen einer Bombardierung 1000 Personen starben. Ein solches Schicksal ereignete sich in der Kirche des Hl. Hyazinths. Doch sie wurden vom Schutt begraben. Man konnte sie nicht sehen. Hier konnte man jedoch alles sehen. Nach der Explosion war ich für einen Moment bewusstlos, doch nach paar Tagen musste ich wieder auf den Beinen stehen. Die Lage der Dinge erforderte es. Und das war die dritte Begegnung. Das Fahrzeug, das explodierte, kann man nicht so genau als einen Panzer bezeichnen. Es war eher ein gepanzerter Wagen. Später werde ich über ihn erzählen.

          Vorher will ich aber über meine vierte Begegnung mit einem deutschen Panzer erzählen. Dem vierten und letzten. Am 2. September, nach dem Zusammenbruch der Altstadt, haben die Deutschen uns auf den Mariensztacki-Martkplatz ausgeführt. Wir wurden mit anderen Bewohnern, die brutal von der Altstadt vertreiben wurden, aufgestellt.
          Der Marktplatz war zur Hälfte mit Menschen gefüllt. Von der Seite der Weichsel wurden 3 Sturmgeschütze aufgestellt. Ich erinnere mich noch daran, dass sie sich durch kurze Kanonenrohre kennzeichneten. Dies waren bestimmt "StuG III", das erste Modell eines deutschen Sturmgeschützes. Er schoss mit Kanone des Kalibers 75mm. Vor den Sturmgeschützen wurden Maschinengewehre aufgestellt. Wir alle waren darüber überzeugt, dass die Deutschen sie benutzen werden. Es geschah jedoch ganz anders. Wir standen für eine Weile auf dem Platz und danach wurden allmählich vertreiben. Zuerst durch einen winkeligen Weg, weil in der Innenstadt noch Kämpfe stattfanden. Wir gingen entlang der Elekotralna- und Chlodna-Straße bis hin zur Kirche des Hl. Adalbert. Es ist allgemein bekannt, was danach passierte.




Sturmgeschütz StuG III Ausf. B Sd.Kfz 142/1: Masse: 23.900 kg; Länge: 540 cm; Breite: 293 cm; Höhe: 198 cm; Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - 7,5-cm-StuK 40 L/48, Sekundärbewaffnung - 1 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Geschütz - 44 Stück, MG - 600 Stück; Besatzung: 4 Personen


          Jetzt möchte ich über "Borgward" erzählen. Dieser Wagen wurde zum ersten Mal während des Aufstands eingesetzt. Niemand hatte irgendwelche Informationen über ihn. Der aufständische Geheimdienst auch nicht. Es war eine neue Maschine, dass die Deutschen erst Mitte 1943 hergestellt und ihn massenhaft während des Warschauer Aufstands eingesetzt haben. Es war ein unbewaffnetes Fahrzeug und wurde per Funkgerät oder durch eine 1-Mann Besatzung gesteuert.
          Am 13. August 1944 haben 2 Sturmgeschütze "StuG 40" den "Borgward" an die Barrikade in Podwal begleitet. "Bogward" fuhr zwischen den Sturmgeschützen. Das Ziel war die Zerstörung der Straßensperre, die den südlichen Zugang zur Altstadt verwehrte. Der Bediener von "Borgward" sollte eine Kiste mit Sprengstoff auf die Barrikade herunter schieben und dann, nachdem er sich entfernt hätte, sie detonieren lassen. Als der "Borgward" sich Nah an der Straßensperre befand, haben sich die Sturmgeschütze zurückgezogen.




Sturmgeschütz StuG III Ausf. B Sd.Kfz 142/1: Masse: 23.900 kg; Länge: 556 cm. (ohne Kanonenrohr); Breite: 295 cm; Höhe: 215 cm; Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - 7,5-cm-StuG, Sekundärbeweffafnung - 1 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Geschütz - 36 Stück, MG - 600 Stück; Besatzung: 4 Personen


          Vor der Straßensperre befand sich viel Alteisen. Der "Borgward" fuhr zu hoch in die Straßensperre hinein, verwirrte sich in dem Eisen und konnte sich nicht mehr bewegen. Die Aufständischen bewarfen ihn mit Zündflaschen. Der Deutsche, der das Fahrzeug steuerte, sprang heraus und floh Richtung Trümmer. Die Aufständischen waren so beschäftigt die Flaschen zu werfen, so dass sie kein Gewehr hielten. Den Deutschen haben sie mit einer Salve mit Hilfe des "Schmeissers" beschossen, aber sie haben ihn nicht getroffen.
          Die Aufständischen löschten das Feuer. Auf einmal war alles Still. Die Deutschen schossen nicht. Gewöhnlich war es so, dass sie das beschädigte Fahrzeug retten wollten oder das Wrack mit Hilfe von "Goliat" zerstört haben. Hier war es anders. Die Aufständischen wussten nicht, worum es geht. Sie kannten diesen Panzer nicht. Sie dachten, dass es eine "tankietka" (ein leichter Panzer) sei. Nachdem sie das Feuer löschten, gelang es ihnen den Motor des "Borgwards" zu starten und fuhren durch die Straßensperre auf unsere Seite. Sie fuhren von Podwale Richtung Dluga-Straße.





Schwerer Ladungsträger Borgward B IV SdKfz 301: Masse: 3450 kg; Länge: 335 cm; Breite: 180 cm; Höhe: 125 cm; Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h; Bewaffnung: 450 kg Sprengstoff; Besatzung: 1 Person

          Nach einer Weile bogen sie nach rechts in die Piekarska-Straße ab, dann durch Zapiecek und endlich auf den Marktplatz der Altstadt. Ringsum tauchte eine Unmenge von Menschen auf, die die aufständische Beute bewundern wollte. Danach fuhr der "Borgward" in die Nowomiejska-Straße hinein. Während der Fahrt musste man Teile der Straßensperre abtragen, damit das Fahrzeug durchfahren konnte. Solcher Straßensperren in der Alt- und Neustadt gab es, in der späteren Phase der Verteidigung, über 50. Auf dem Weg von "Bogward" gab es einige.
          Nachdem der Wagen in die Nowomiejska-Straße hinein fuhr, bog er rechts ab. Er hielt auf der Podwale-Straße, direkt vor meinem Haus an Podwale 29, auf. Während des Aufstands war Podwale in dieser Gegend von beiden Seiten bebaut. Es war eine schmale Straße, wo mit Mühe zwei Pferdewagen aneinander vorbeifuhren.
          "Borgward" stand in der Nähe meines Hauses. In der Zwischenzeit haben die Menschen Teile der Barrikade an Podwale 23 (wo sich jetzt das Gebäude des Hauptvorsands von PTTK befindet) abgebaut, um die Durchfahrt zu ermöglichen. Es dauerte ungefähr 15-20 Minuten. In der Zwischenzeit wurde es ringsum des Fahrzeugs immer dichter. Alle wollten Nah an der Beute sein. Nachdem man eine Lücke in der Straßensperre machte, fuhr "Bogward" weiter.
          Jeder wollte natürlich auf ihm fahren. Ich selbstverständlich auch. Ich nutzte die Gelegenheit, dass das Fahrzeug sich in meiner Nähe aufhielt und ich drang mich durch die Menschenmenge. Anfangs konnte ich mich nicht festhaken. Und dann ist es mir gelungen!!! Mit einer Hand griff ich den Auspuff, mit einem Bein hängte ich an etwas auf und so fuhr ich. Die andere Hand hielt Herr Jozio, ein Bekannter, der auch auf "dem Panzer" fuhr. Der Auspufftopf erhitzte sich allmählich und meine Hand fing an zu brennen. Nach einer Weile war er so warm, dass ich ihn los lassen musste und ich fiel ab. Ich konnte mich nicht erneut durchdrängen. In der Zwischenzeit fuhr der "Bogward" in die Kilinski-Straße hinein.

          Der weitere Verlauf der Ereignisse wurde im Buch von Robert Bielecki "Dluga 7 während des Warschauer Aufstands" [pl. "Dluga 7 w Powstaniu Warszawskim"] beschrieben. Die gegenwärtige Ausgabe der Neuauflage dieses Buches ist nicht im Einzelhandel in Buchhandlungen erhältlich. Das Buch wurde in einer Auflage von ungefähr 500 Exemplaren herausgegeben. Es wurde von Prof. Marek Cieciura aus seinen eigenen Fonds finanziert. Er hat auch selbst das Buch in Bibliotheken und Museen verbreitet. Der Herausgeber wurde manchmal als Bote behandelt, obwohl er ein Rektor einer Hochschule in Warschau ist.
          Meiner Meinung nach ist es eines der besten Bücher über den Warschauer Aufstand. Es ist mir besonders nah, weil der Autor die Monographie des Krankenhauses an der Dluga 7 darstellt, dass ab dem 11.-13. August die ersten Patienten aufnahm. Es war das größte Krankenhaus der Aufständischen in der Altstadt. In diesem Krankenhaus arbeitete meine Mutter als Volontärin. Während der Okkupation absolvierte sie eine konspirative Schulung in Bereich Sanierung und nachdem wir in die Altstadt trafen, fing sie an in diesem Krankenhaus zu arbeiten. Sie arbeitete dort fast bis zum Ende des Krankenhauses. Ende August wurde ich schwer verletzt und meine Mutter war die ganze Zeit bei mir. Dank diesem überlebte sie wahrscheinlich die Massaker des Krankenhauses am 2. September. Die Deutschen ermordeten ein paar hundert Verletzte und ein Teil des Personals.

          In dem Buch ist ein Fehler. Der Autor berichtet, dass der "Bogward" sich an Podwale 23 aufhielt und dort auf die Abbauung der Barrikade wartete. So war es nicht, das weiß ich genau, weil ich dort anwesend war. Von dem Betonweg bis hin zur Biegung in die Kilinski-Straße hielt ich an ihn fest. An Podwale 23 heilt er überhaupt nicht an. Er ist einfach durchgefahren. Diese Straße sah völlig anders aus, alles war zerstört und verschüttet.
          Als der "Bogward" eine Wendung machte, um in die Kilinski-Straße zu biegen, fiel ich ab. Ich musste einfach loslassen. Ich konnte mich nicht länger am Panzer halten. Ich konnte mich auch nicht erneut durchdrängen.
          Ich wusste, dass meine Mutter von der Arbeit zurück kam und schlief. Meine Mutter ruhte aus, indem sie 3-4 Stunden pro Tag schlief. Den Rest des Tages verbrachte sie im Krankenhaus. Ich wollte so schnell wie möglich zu meiner Mutter und ihr über dem Panzer erzählen, den die Aufständischen erbeuteten.
          Ich legte einige Meter zurück. Ich befand mich in Podwale, 2-3 Meter gleich um die Ecke des Gebäudes, dort wo der Bürgersteig breiter war. Ich war schon hinter der Ecke, als plötzlich etwas explodierte. Diese 2-3 Meter retteten mir das Leben. Unter Schock nach der Explosion, lief ich meinen Freund zu suchen. Ich wusste nicht was mit ihm passiert sei. Ich hatte einen Kollegen der Antek hieß. Er war 2 Jahr älter als ich. Er war am Oben des "Borgwards".
          Danach verlor ich das Bewusstsein. Mir haben, wie ich später erfuhr, 2 Sanitäterinnen in Leopardenstof hochgeholfen. Ich hörte nichts. Ich sah nur, wie ihre Lippen sich bewegten. Blut floss mir aus den Ohren, dem Hals und jeder Öffnung im Kopf heraus.

          Wie ich früher andeutete, hatte der "Borgward" auf der Vorderrampe einen Ladekasten, wo sich eine halbe Tonne Sprengstoff befand. Man sagt, dass es nicht gerade Trinitrotoluol gewesen sein musste. Darauf wies die Farbe der Flammen hin. Die Deutschen hatten nicht genügend Bestandteile, um eine angemessene Anzahl an Trinitrotoluol herzustellen und haben einen Ersatzmittel, der orange-hell brannte, benutzt.
          Als der "Borgward" bog und ich fiel ab, musste der Fahrer durch Zufall einen Hebel gedrückt haben und der Behälter rutschte ab. Der Mechanismus des Sprengstoffs musste sich wahrscheinlich während der Durchbrechung der Barrikade auf der Podwale-Straße in Gang setzten. Oder der Fahrer hatte ihn durch Zufall betätigt. Wie es wirklich was werden wir niemals erfahren.
          Das Ereignis auf der Kilinski-Straße war eine der Ursachen, warum ich mich für Panzer interessiere. In dem Buch von Oberst Adam Borkiewicz "Warschauer Aufstand 1944" [pl. "Powstanie Warszawskie 1944"] habe ich gelesen, dass auf der Kilinski-Straße ein kleiner Panzer "Mark I" explodierte. In der Ausgabe aus dem Jahr 1957 wurde noch eine seltsamere Bezeichnung verwendet: "Marek I".
          Ich weiß nicht warum gerade "Mark I". Es war ein englischer Name des Panzers aus dem I. Weltkrieg. Er hatte eine spezifische Form, wodurch er sich von den Panzern des II. Weltkriegs unterschied.




Panzer Mark I


          Ungefähr im Jahr 1960 ging ich ins Museum der polnischen Armee [pl. Muzeum Wojska Polskiego], um mehr über diese Sache zu erfahren. Es stellte sich heraus, dass alle Bildbänder und Bücher im Museum geheim gehalten wurden. Ich konnte sie nicht lesen.
          Gen. Stanislaw Komornicki (damals Oberst) hat mir geholfen. Er kam am 10. April 2010 beim Flugzeugabsturz bei Smolensk ums Leben. Er kannte die Bibliothek des Museums, die mir alles über die Panzerwaffen zur Verfügung stellte, sehr gut. Weil ich selber sah, wie der geheimnisvoller "Panzer" aussah, konnte ich ihn leicht identifizieren. Ich erfuhr, dass er "Borgward IV' heißt. Er wurde in Bremen produziert. Ich erfuhr mehr über seine Panzerung, Abmessungen und andere technischen Parameter.
          Ich fing an dieses Thema bei jeder Gelegenheit zu berühren, aber ohne Erfolg. Damals waren jegliche Schriften über den Warschauer Aufstand beschränkt. Die Wahrheit kam erst nach 15-20 Jahren ans Licht, nicht unbedingt nur aus meiner Initiative. Andere erfuhren auch, dass es "Bogward IV" war.
          Danach habe ich ein Modell von "Borgward" gemacht und weil ich wusste, dass er immer in Begleitung mit "StuG" auftrat, beschloss ich auch ein Modell des "StuG" zu machen. Und so begann es. Es stellte sich heraus, dass während des Aufstands auch andere deutsche Panzer eingesetzt wurden. Ich fing an über die Einzelheiten dieser Art von Bewaffnung zu lesen. Ich erweiterte mein Wissen und beschloss Modelle sämtlicher deutscher Panzerwagen, die im Warschauer Aufstand teilgenommen haben, zu machen. Und so entstand allmählich die ganze Kollektion. Ich werde die technischen Einzelheiten hier nicht erwähnen. Man kann sie leicht im Internet oder in der Fachliteratur finden.

          Noch ein paar Wörter über "Borgward". Als Adam Borkiewicz über "Mark I" schrieb meinte er wahrscheinlich den leichten deutschen "Panzer I". Ich habe extra das Modell gemacht, um zu zeigen, was ist der Unterschied zwischen ihn und "Borgward". Andere Autoren haben später, bis zu den 70-gern Jahren, der falschen Auslegung von Borkiewicz nachgesprochen.




Panzerkampfwagen I: Masse: 6000 kg; Länge: 442 cm; Breite: 206 cm; Höhe: 172 cm; Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h; Bewaffnung: 2 7.92mm-MG; Munitionsvorrat: 2.250 Stück; Besatzung: 2 Personen


          Meine Modelle bieten einige Möglichkeiten, die für Abbildungen in Büchern und Bildbänden nicht erhältlich sind. Sie ermöglichen ein Panzer oder ein anderes gepanzertes Fahrzeug aus verschiedener Richtung anzusehen, und jegliche Details kennenzulernen. Alle Modelle werden in derselben Skala gemacht - 1:35. Ich benutzte Sätze von angesehenen Unternehmen aus Südkorea, Japan und Italien. Dies garantiert eine solide Nachbildung der Originalvorlagen und Bewahrung der Details, bei gleichzeitiger hohen Qualität an Material, aus dem die Modelle gemacht werden. Gute Bausätze werden auch in der Ukraine gemacht, doch die Materialien lassen viel zu wünschen übrig: Sie sind sehr brüchig. Dieselbe Skala bietet die Möglichkeit, die Fahrzeuge derselben Größe zu vergleichen. Um dies besser darzustellen, habe ich Soldaten nebenan gestellt.
          Die Fertigstellung einer Kollektion ist eine mühselige und kostbare Angelegenheit. Die Arbeit an einem Modell dauert gewöhnlich 2-3 Monate. Das Modell des "Tigers", dass ich selbst gemacht habe, beinhaltet mehr als 900 Elemente. Die Kosten eines Satzes belaufen sich auf ungefähr 300 Zloty. Dazu kommen noch die Kosten für die Farben, den Kompressor und die Spritzpistole. Der Kompressor kostet 400 Zloty, die Spritzpistole 600 Zloty. Es ist also eine kostspielige Angelegenheit, die meist für Jugendliche unerreichbar ist. Ein Vorteil der heutigen Zeit ist es, dass fast alle Modelle auf dem Markt verfügbar sind. Man kann ein Modell in einem Modellladen bestellen und ihn in kurzer Zeit abholen. Die einzige Begrenzung sind die finanziellen Möglichkeiten.
          Die Modelle von Panzer und Flugzeugen erstelle ich zu Hause. Außerdem baue ich Modelle von fliegenden Flugzeugen, die wegen ihrer Größe in der Modellwerkstatt gemacht werden. Ich einigte mich mit einer Schule in Wola, die mir ein Raum zur Verfügung stellte. Sie gab mir natürlich keine finanzielle Hilfe. Mit meinen Kollegen haben wir die Werkzeuge und Materialien besorgt. Dort entstehen meine Modelle. Bei Gelegenheit kommen auch Kinder vorbei und sie lernen die Kunst des Modellbaus kennen. Ich bin dort zwei Tage in der Woche. Jedesmal ungefähr 2-3 Stunden. Ich habe Freude daran, dass ich etwas den Jugendlichen übertragen kann.
          Ich will noch darauf hindeuten, dass während der Treffen mit den Jugendlichen bezüglich der deutschen Panzerwaffen, das größte Interesse weisen die ... Mädchen auf. Die Jungs interessierten sich mehr für Flugzeuge, genau wie ich. Um meine Panzerkollektion zu vervollständigen, habe ich auch einen Modell von Stukas gemacht.

          Panzermodelle waren eine neue Herausforderung für mich. Im Prinzip bin ich Modellbauer von Flugzeugen. Das erste Modell eines Flugzeugs machte ich im Jahr 1947.
          Es gibt zwei Vorgehensweisen bei der Vollendung eines Modells. Einige Modellbauer erstellen Modelle von Panzer und Flugzeugen nur für den Modellbau. Sie machen noch das Innere des Modells, sie rekonstruieren solche Einzelheiten, wie bewegliche Uhren, die Auto-Kennzeichen, die Regiment-Zeichen, zu denen der Wagen zugeteilt wurde.
          Das Innere interessiert mich nicht. Meine Modelle haben ein Ziel, nämlich die Wahrheit und die Umstände rundum den Warschauer Aufstand näher zu bringen. Meiner Meinung nach werden Modelle, wie meine, in der Zukunft einen dokumentargeschichtlichen Wert haben. Man kann auf ihnen alles zeigen. Jede Abmessung und Einzelheit in der Ausrüstung stimmt genau. Ich kann gewissermaßen die Originale im Museum ersetzten, aber unter der Bedingung, dass sie dort vorhanden werden. In Europa gibt es kein solches Museum, wo alle diese Wagen versammelt sind. Im Museum der polnischen Armee kann man auf dem I. Stock z.B. betrachten wie der "Goliat" sowie seine Ketten aussahen und in der Freilicht-Ausstellung den "Hetzer".
          Als erster habe ich vermutlich Bilder der Modelle mit Spielfilmcharakter gemacht. Die Bilder meiner Modelle werden aktuell von verschiedenen Publizisten benutzt. Man kann ein Foto von oben, unten, hinten, vorne und von der Seite machen.
          Ich habe zwei Versionen der Bilder. Die erste ist eine dokumentarische. Die zweite, dass sind dieselben Bilder, die in den Hintergrund der aufständischen Warschau, eingefügt wurden. Der Hintergrund wurde in dieselbe Skala und Perspektive angepasst. Es sieht sehr originell aus.

          Jetzt werde ich versuchen, die Panzerkraft der Deutschen während des Aufstands einzuschätzen. Diese Angaben sind nicht 100% genau. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Aufstands war die Deutsche Panzerkraft in Warschau nicht so zahlreich. Zum einem verursachte die Nähe der Front, dass die Panzer und Sturmgeschütze vorwiegend östlich der Stadt verlegt wurden. Zum anderen meinte das deutsche Kommando, dass ein eventueller Ausbruch eines Aufstands die Wahrscheinlichkeit der Zerstörung von Panzerwagen, die in der Stadt zurückgelassen werden, erhöht. Die Tatsache, dass die Heimatarmee über keine Panzer verfügte, begründete die Wahl einer solchen Strategie.
          Erst die Entwicklung der Kämpfe, ihre Verbissenheit in der Stadt, die "Polnische Stalingrad" oder "kleine Verdun" genannt wurde, zwängte die Deutschen ihre Pläne zu ändern. Die Panzerkräfte wurden erheblich verstärkt, indem man gegen die Aufständischen, an der Front erfahrene Panzereinheiten, los schickte.
          Am Anfang des Aufstands hatten die Deutschen in Warschau 60-70 Panzer. Am 17. August waren es schon 110. Nach der Einnahme von Prag in September durch die sowjetisch-polnische Armee, wurde die deutsche Panzerkraft in Warschau erheblich verstärkt.
          Während des Aufstands benutzten die Deutschen relativ starke Panzereinheiten. Sie wurden in Kampfmittel, die zum Kampf in der Stadt geeignet waren, ausgerüstet. In der letzten Phase der Kämpfe wurden gut ausgestattete und ausgebildete Fronteinheiten eingesetzt. Während der Kämpfe wurden Bewaffnungen verschiedener Art eingesetzt. Mit unterschiedlichem Erfolg.

          Es herrscht z.B. die Meinung, dass während des Aufstands viele Panzer PzKpfw VI "Tiger" eingesetzt wurden. Vielleicht ist es ein Resultat einer sehr populären Liedes der Soldaten "Parasol", das durch "Ziutek" verfasst wurde. Es gab nur 5 "Tiger" in Warschau, die sich durch nichts besonderes ausgezeichnet haben. Am 31. Juli 1944 wurden sie auf dem Güterbahnhof in Brodno ausgeladen. Dann sind sich durch Prag, die Poniatowski-Brücke durchgefahren und schließlich in die Kaserne an der Rakowiecka-Straße. Nach dem Ausbruch des Aufstands wurden sie zum Beschuss der aufständischen Abteilungen in Mokotow eingesetzt.




Panzerkampfwagen VI Tiger Sd.Kfz 181: Masse: 57000 kg; Länge: 632 cm. (845 cm mit Kanonenrohr); Breite: 373 cm; Höhe: 288 cm; Höchstgeschwindigkeit: 38 km/h auf der Strecke, 20 km/h im Gelände; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Geschütz Kaliber 88 mm, Sekundärbeweffafnung - 2 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Geschütz - 92 Stück, MG - 5.850 Stück; Besatzung: 5 Personen


          Sie wurden auf der Kreuzung der Straßen Pulawska und Rakowiecka platziert. Dies verhinderten einen Angriff auf den deutschen Bezirk durchzuführen, z.B. auf die Szucha-Allee. Dann wurden sie für 2-3 Tage zur Beförderung von verletzten durch das Flughafen Mokotowskie Richtung Okecie, wo sich ein Krankenhaus befand, benutzt.
          Während der Kämpfe in Ochota haben die Aufständischen, die dort stationierenden "Tiger", mit Panzerfäusten angegriffen. Einer der Panzer wurde schwer beschädigt, der zweite wurde infolge des Angriffs erobert. Jedoch wegen ungeschickten Bedienung des Panzers wurde er Immobil. Die Aufständischen haben die tragbare Bewaffnung abmontiert. Später wurde der Panzer durch Deutsche mit Hilfe von Goliat zerstört. Der zweite, beschädigte, 'Tiger" wurde von den Deutschen abgeschleppt und später wahrscheinlich repariert.
          Die restlichen "Tiger" haben die Deutschen schnell zurückgezogen. Es war ein zu wertvoller Panzer, um ihn in den Straßenkämpfen einzusetzen. Nach ein paar Tagen wurden die 3 "Tiger" aus Warschau abkommandiert.
          Der "Tiger" war der beste und der schwerste deutsche Panzer. Sie hatten einen sehr starken Panzer und ein Geschütz Kal. 88 mm, wobei die Mehrheit der deutschen Panzer Kaliber 75 mm hatte. Während des ganzen Krieges haben die Deutschen 1330 oder 1350 "Tiger" und ungefähr 850 "Königstiger" produziert. Die Russen produzierten 35.000 "T-34", die Amerikaner ungefähr 60.000 "Sherman". Keiner dieser Panzer hatte eine Chance mit dem "Tiger". Ein Nachteil dieser Panzer war ihre große Masse.

Es kämpfte viel mehr solcher Panzer, wie z.B. PzKpfw V "Panther". Mit ihm ist eine interessante Geschichte verbunden. Am 2. August 1944 tauchten, aus dem Nichts, auf der Karolkowa-Straße drei "Panther" auf. Sie fuhren entlang der Karolkowa-Straße, Richtung Zytnia- und Mirecki-Straße. Sie fuhren entlang der Mirecki-Straße und bogen in die Okopowa-Straße hinein. Hier bewarfen sie Soldaten der Heimatarmee des Bataillons "Zoska". Sie warfen mit Granaten.




Panzerkampfwagen V A Panther Sd.Kfz 171: Masse: 45500 kg; Länge: 688 cm. (866 cm mit Kanonenrohr); Breite: 343 cm; Höhe: 310 cm; Höchstgeschwindigkeit: 46 km/h auf der Strecke, 24 km/h im Gelände; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Geschütz Kaliber 75 mm, Sekundärbewaffnung - 2 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Geschütz - 79 Stück, MG - 4.200 Stück; Besatzung: 5 Personen


          Die Panzer brannten, aber einer konnte durch den Kerceli-Platz fliehen. Niemand weiß, was mit ihm geschah, weil das Wrack nicht gefunden wurde. Die restlichen zwei "Panther" wurden durch die Aufständischen erobert. Einer wurde schwer geschädigt. Er wurde mit einer englischen Abwurfgranate, die die Aufständischen "Gamon" bezeichneten, getroffen. Es war eine sehr schwere Panzerabwehrgranate, mit hoher Durchschlagkraft. Sie machte im Panzer ein Loch, durch das ein Mensch durchgehen konnte.
          Die Aufständischen wollten die eroberten Panzer, die sie inzwischen gelöscht haben, in Gang setzten. Sie wussten nicht, wie sie es anstellen sollten. Es gab jedoch einen Mensch zwischen ihnen, der es konnte. Zusammen mit einem Gefangenen, der wahrscheinlich Slowake oder Österreicher war und ein bisschen Polnisch konnte, haben sie den Panzer gestartet. Dieser Panzer wurde "Magda" genannt. Der zweite Panzer wurde ernsthaft getroffen, seine Elektrik war kaputt und es war schwer ihn zu starten. Sowohl der erste, als auch der zweite hatte ernsthafte Probleme mit dem Akku. Die Aufständischen fuhren den ganzen Bezirk umher und suchten in Fahrzeugen nach Akkus und Benzin, um sie mitzunehmen.
          Endlich schaffte man beide Panzer zu starten. Der zweite hatte gewisse Einschränkungen, wegen der erlittenen Schäden. "Magda" präsentierte sich dagegen hervorragend. Am Morgen des 4. August wollten die Aufständischen mit der Kanone schießen. Es gibt eine solche Prozedur, um das Kanonenrohr zu überprüfen. Man solle mindestens einmal schießen.
          Um umsonst keine Geschütze zu verschwenden, zielten sie auf die Maschinengewehrstellung, die sich auf dem Turm der Kirche des Hl. Augustins befand. Der Schuss war erfolgreich. Die Maschinengewehrstellung wurde völlig zerstört.




Der erbeutete Panther "Magda"


          An denselben Tag, am Nachmittag, organisierten die Einheiten der Heimatarmee einen Angriff auf das Krankenhaus der Hl. Sophia und eine Schule, die ich noch vor zwei Monaten besuchte, an der Ecke der Zelazna- und Leszna-Straßen. Der Angriff war schlecht koordiniert und die Aufständischen haben ihr Ziel nicht erreicht. Die "Panther" war jedoch nützlich. Sie zwang die Deutschen von der Schule in das Krankenhaus zu übergehen.
          Was passierte später mit den Panzern, kann man in der Fachliteratur nachlesen. Am 5. August wurde eine Angriff auf das Lager in Gesiowka durchgeführt. Gesiowka wurde dank beträchtlicher Teilnahme von "Magda" erobert. Am Tag vorher während des Angriffs auf die Schule und das Krankenhaus, wurde der Panzerturm beschädigt und der Panzer musste, wenn er schießen wollte, sich Richtung Schuss drehen. Danach wurde der Schaden behoben und der Panzer war wieder ganz funktionsfähig.
          Die Aufständischen hatten eine Menge Geschosse, weil sie früher, in Wola, einen deutschen Wagen, der sich dort verirrte und voll mit Geschossen war, eroberten. So wurde dank "Magda" Gesiowka erobert, und die, dort gefangenen Juden und Polen, befreit. Später, während der nächsten zwei Tage, wurde die Panther zum Beschuss deutscher Positionen in dem Handlungsgebiet der Gruppierung "Radoslaw" und "Chrobry II" eingesetzt.
          Am 8. August wurde die zweite "Panther" auf der Karolkowa-Straße platziert. Man weiß nicht von woher, vermutlich aus der Grzybowska-Straße, ist ein Sturmgeschütz, wahrscheinlich war es ein StuG III, herangefahren. Er hat dreimal die polnische "Panther" getroffen. Die Besatzung wurde leicht verletzt. Die zweite "Panther" stand auf der Mirecki-Straße. Als sie erfuhr was geschah, eilte sie um Hilfe zu leisten. "Magda" schoss Richtung StuG und hatte ihn schwer beschädigt, oder sogar zerstört. Es war eine spektakuläre Aktion. Unsere "Panther" hat einen deutschen Panzer vernichtet.
          Nachdem die zweite, beschädigte, "Panther" weitere 3 Treffer erhielt, war sie zu nichts zu gebrauchen, und man hatte sie verbrannt. In der Zwischenzeit, kam es, am 10. August, zum Kampf zwischen "Magda" und einem deutschen Sturmgeschütz - man weiß jedoch nicht, welcher es war - und anderen Panzerfahrzeugen. Die arme "Magda" hatte keine Chance und verlor. Sie wurde so schwer beschädigt, dass man sie nicht mehr reparieren konnte. Am 11. August haben die Aufständischen Wola verlassen und gingen durch das Getto in die Altstand über. Als sie fortgingen haben sie den eroberten Panzer zerstört.
          Man muss sagen, dass die Kraft der Kanone des "Panthers", dank des sehr langen Kanonenrohres, sehr viel größer war. Das Geschoss konnte so seine Geschwindigkeit steigern. Und die Schussskraft war sehr enorm. Kein anderer Panzer war so gut, wie die "Panther". Außer dem "Tiger".
          Während des Warschauer Aufstands wurden ungefähr 80 "Panther" eingesetzt.

          Am häufigsten haben die Deutschen in Warschau im Jahre 1944 folgenden Panzer verwendet: "PzKpfw IV". Diese Panzer waren u.a. Teil des 2. Bataillons des Panzerregiments "Hermann Göring", der zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Aufstands sich in Wola befand. Die Anwesenheit dieser Panzer hatte einen enormen Einfluss auf den Verlauf des Aufsands in Wola.




Panzerkampfwagen IV Ausf. H Sd.Kfz 161: Masse: 25000 kg; Länge: 589 cm. (702 cm mit Kanonenrohr); Breite: 330 cm; Höhe: 268 cm; Höchstgeschwindigkeit: 38 km/h; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Geschütz Kaliber 75 mm, Sekundärbewaffnung - 2 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Geschütz - 87 Stück, MG - 3.150 Stück; Besatzung: 5 Personen


          Dies war der populärste deutsche Panzer während des II. Weltkrieges. Es wurden über 8.500 Stück hergestellt. Im Warschauer Aufstand wurden ungefähr 100 Stück eingesetzt. Einige wurden von den Aufständischen vernichtet oder beschädigt.

          Die RONA-Abteilungen, die an der Pazifikation von Wola und anderen Bezirken von Warschau teilnahmen, waren u.a. bewaffnet mit 2 Panzerfunkwagen "Sd.Kfz. 263 (8x8)".




Schwerer Panzerspähwagen (8-Rad) Sd.Kfz. 263: Gewicht: 8300 kg; Länge: 585 cm; Breite: 220 cm; Höhe: 235 cm; Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h auf der Strecke, 30 km/h im Gelände; Bewaffnung: 1 x 7.92mm-MG 34; Besatzung: 5 Personen


          Einer von ihnen wurde am 11. August, durch den "Panther" "Magda", den die Aufständischen erbeuteten, vernichtet.

          Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Aufstands verfügten die deutschen Polizeieinheiten über 4 oder 5 "PzKpfw M14/41 736(i)", die in der Szucha-Allee stationierten.




Panzerkampfwagen M14/41 736(i), in Italien hergestellt; Masse: 14000 kg; Länge: 492 cm; Breite: 220 cm; Höhe: 238 cm; Höchstgeschwindigkeit: 32 km/h auf der Strecke, 14 km/h im Gelände; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Geschütz Kaliber 47 mm, Sekundärbeweffafnung - 2 × 8-mm-MG Breda; Munitionsvorrat: Geschütz - 104 Stück, MG - 4.200 Stück; Besatzung: 4 Personen


          Am 5. August während der Kämpfe um die "Kleine PASTA" [pl. Mała Pasta) an der Pius-9-Straße (gegenwärtig Piekna-Straße) haben die Aufständischen den Panzer "M 14/41" zerstört, den der Polizei- und SS-Kommandant Oberst Giebel samt Verstärkung zur Verteidigung von PASTA schickte. Der zweite Panzer wurde am 3. September auf der Lipowa-Straße während des Angriffs der Deutschen auf Powisle zerstört.

          Außer Panzer haben die Deutschen während des Aufstands viele Sturmgeschütze benutzt. Ihre Aufgabe war die Zerstörung von Befestigungen und der Panzerwagen des Feindes, aber während des Aufstands unterstützten sie die deutsche Infanterie. Es waren Sturmgeschütze "StuG III" i "StuG 40", über die ich schon früher erzählte, und die Jagdpanzer "Hetzer".
          Am ende Juli wurden in Warschau 28 "Hetzer" ausgeladen. In der ersten Version sollten sie an der Ostfront eingesetzt werden. Dort kam es jedoch zu heftigen Kämpfen und die Front näherte sich Warschau, deshalb blieben die "Hetzer" in der Stadt und nahmen aktiven Anteil in den Kämpfen während des Aufstands teil.
          Einer der "Hetzer" wurde in der Innenstadt eingenommen. Am 2. August sind aus dem Krakowskie Przedmieście [de. Krakauer Vorstadt] in die Swietokrzyska-Straße und den Napoleon-Platz zwei "Hetzer" herausgefahren. Dort bewarfen die Aufständischen sie mit Benzinflaschen. Sie wurden in Brand gesetzt. Einer wurde mit einer Granate getroffen. Einer der Fahrzeuge wurde vernichtet, oder er ist geflohen. Ich weiß es nicht genau. Der zweite wurde erobert.




Jagdpanzer Hetzer Sd.Kfz 138/2: Masse: 16000 kg; Länge: 487 cm. (ohne Kanonenrohr); Breite: 263 cm; Höhe: 210 cm; Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h auf der Strecke, 14 km/h im Gelände; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Geschütz Kaliber 75 mm, Sekundärbeweffafnung - 1 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Geschütz - 40 Stück, MG - 600 Stück; Besatzung: 4 Personen


          Am Abend des 2. Augusts wurde der eroberte "Hetzer" durch die Soldaten des Bataillons "Kilinski" überführt und an der Barrikade auf der Szpitalna-Straße positioniert. Fachleute haben beurteilt, dass er sich zu einer Reparatur eignet. Deshalb beschloss man ihn zu reparieren und zum Kampf vorzubereiten. Er wurde zur Hauptpost [pl. Poczta Glowna] an dem Napoleon-Platz überführt, wo sich Autowerkstätten befanden. In diesen Werkstätten wurde der "Hetzer" repariert. Die Reparatur beendete man am 12. August. Das Fahrzeug erhielt den Namen "Chwat". Der Panzer wurde mit weißer Farbe bemalt.
          Man plante "Chwast" im Bereich des Postbahnhofs, der sich auf der Zelazna-Straße befand und in der Umgebung der "PAST" und der Krolewska-Straße einzusetzen. Die Kommandostelle hat jedoch beschlossen diesen Plan nicht zu verwirklichen. Bis "Chwast" dort eintreffen würde, müsste man viele Barrikaden abbauen, was zur Abschwächung der Verteidigung führen würde. So blieb der "Hetzer" an der Hauptpost.
          Am 5. September 1944 erfolgte ein schwerer Luftangriff auf die Hauptpost. Die ganze Wand fiel auf den "Hetzer" herunter und so stand er dort bis zur Befreiung von Warschau. Nach dem Krieg wurde er ausgegraben und im Museum der polnischen Armee zur Ausstellung gestellt.
          "Hetzer" war ein Sturmgeschütz geeignet zur Zerstörung feindlicher Panzer. Er schoss mit sehr originellen Geschützen. Während der Kämpfe haben die Aufständischen viele "Hetzer" in verschiedenen Bezirken zerstört.

          Außer den oben erwähnten Sturmgeschützen haben die Deutschen auch ein anderes benutzt, nämlich "Marder II Sd.Kfz 131". Es war der erste Panzer aus einer Serie von Panzerjägern, der auf dem Fahrgestell des "PzKpfw II Ausf. F" gebaut wurde.




PzKpfw II Ausf F Jagdpanzer Marder II Sd.Kfz 131: Masse: 10800 kg; Länge: 638 cm; Breite: 228 cm; Höhe: 220 cm; Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h auf der Strecke; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Geschütz Kaliber 75 mm, Sekundärbeweffafnung - 1 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Geschütz - 37 Stück, MG34- 800 Patronen; Besatzung: 3 Personen


          Auf dem Bild kann man den "Marder" sehen, der auf einer Straße in Wola während des Exodus der Bürger von Warschau, die aus der Hauptstadt nach dem Zusammenbruch des Aufstands vertreiben wurden, stand.




"Marder" auf der Wolska-Straße


          Während der Kämpfe um Stalingrad sahen die Deutschen, wie man ein Haus nach dem anderen erobert. Sie hatten damals keine Panzer und Geschütze, um sich durch die Stadt durchzustoßen. Jeder Panzer, der sich auf einer Straße befand, wurde durch die Russen angezündet. Es war genauso in Warschau. Um eine Lösung zu finden, haben die Deutschen einen Wagen gebaut, der mit einem direkten Schuss ganze Häuser vernichten könnte.
          Der Sturmpanzer VI "Tiger-Mörser" wurde auf dem Fahrgestell des Panzers "Tiger", dem mächtigsten Panzer des II. Weltkriegs, gebaut. Er war mit Raketenmörser Kaliber 380 mm. bewaffnet. Zu diesem Mörser haben die Deutschen Elemente einer Wasserbombe, die zur Zerstörung von U-Booten vorgesehen war, verwendet Der "SturmTiger" hatte einen Kran bei sich, weil die Geschosse viel wiegten. Er hatte einen zusätzlichen Panzer, denn er sollte so nah wie möglich an die Barrikade heranfahren und sie zerstören. Er sollte die Häuser nicht erobern, sondern sie nacheinander zerstören.




Sturmpanzer VI; Sturmtiger; Tiger-Mörser: Masse: 65000 kg; Länge: 628 cm; Breite: 373 cm; Höhe: 346 cm (samt Kran); Höchstgeschwindigkeit: 38 km/h; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Raketenmörser Kaliber 380 mm, Sekundärbeweffafnung - 1 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Mörser - 14 Raketen; Besatzung: 6 Personen


          In Warschau wurden wahrscheinlich 2 solche Mörser eingesetzt Sie haben die Erwartungen der Deutschen eher nicht erfüllt. Sie waren einfach zu schwer und wenig effektiv und man konnte sie leicht zerstören. Dies war eine neue deutsche Waffe, extra für den Straßenkampf.

          Die Deutschen schufen dagegen ein anderes Geschütz, extra für den Straßenkampf. Es war das Sturmgeschütz "Sturmpanzer IV Brummbär". Es schoss mit schweren Geschossen, sowohl mit Brandgeschossen, als auch mit Geschossen, die das Ziel mit Hilfe der Energie einer Explosion zerstörte. "Brummbär", das war eine Haubitze Kaliber 150 mm.




Sturmgeschütz Sturmpanzer IV Brummbär Sd.Kfz 166: Masse: 28200 kg; Länge: 593 cm; Breite: 288 cm; Höhe: 252 cm; Höchstgeschwindigkeit: 38 km/h; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - Haubitze Kaliber 150 mm, Sekundärbeweffafnung - 1 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Haubitze - 38 Stück, MG - 600 Stück; Besatzung: 5 Personen


          Was unterscheidet eine Haubitze von einem gewöhnlichen Geschütz? Die Haubitze kann, wie ein Mörser, sein Kanonenrohr sehr hoch heben. Das Geschoss fliegt somit auf einer steilen Trajektorie. Es war sehr hilfreich im Kampf in einer Stadt, weil man direkt aus kurzer Entfernung auf die Gebäude und Fenster schießen konnte. Die "Brummbäre" bestanden die Prüfung. In Warschau gab es mehr als 10 solcher Sturmpanzer und sie haben sehr viel Böses angetan.

          Es gab auch eine andere Maschine, die sehr in der Altstadt ärgerte. Man führte mit ihm einen sehr starken Beschuss durch. Es war ein Raketenwerfer, der durch die Aufständischen "szafa" [de. "der Schrank"] oder "krowa" [de. "die Kuh"], aufgrund eines charakteristischen Geräusches beim Start des Geschosses, genannt wurde. Er hatte Raketen Kal. 280 mm oder 320 mm, die in einer Salve je 6 Stück abgefeuert wurden. Die Salve wurde so ausgewählt, dass 4 x Sprengwurfkörper und 2 x Flammwurfkörper abgefeuert wurden. Es gab keine Abwehr gegen diese Waffe. Das einzige was man machen konnte, wenn man dieses charakteristische Geräusch hörte, war sich schnell irgendwo zu verstecken, seine Ohren zu zustopfen und den Mund weit zu öffnen. Nach der Explosion gab es eine starke Druckwelle und viel Staub. Ich überlebte einige Explosionen der "Kühe".
          Die Raketen wurden auf der Abschussrampe, die sich direkt am Boden befand, installiert. Man zielte mit den Geschossen, indem man den Neigungswinkel der Gleitschiene der Raketen änderte.




Abschuss der "Kühe" Richtung Altstadt aus der Abschussrampe


          Die Raketenabschussvorrichtungen wurden auch auf einem sehr gelungenen Modell eines Kettentransporters installiert. Die Deutschen haben ihn vielseitig benutzt u.a. zum Transport von Raketen: "28/32-cm-Raketenwerfer Sd.Kfz. 251/1 Aus. C Stuka".




28/32-cm-Raketenwerfer Sd.Kfz. 251/1 Aus. C Stuka: Masse: 8000 kg; Länge: 580 cm; Breite: 210 cm (ohne Raketen); Höhe: 175 cm (ohne MG-Schild); Höchstgeschwindigkeit: 53 km/h; Bewaffnung: Hauptbewaffnung - 6 x Raketen Kaliber 280 oder 320 mm, Sekundärbeweffafnung - 1 × 7,92-mm-MG 34; Munitionsvorrat: Raketen - 6 Stück, MG - 2.500 Stück; Besatzung: bis zu 12 Personen


          Die Besatzung des Raketenwerfers betrug 7 Personen. Diese Lösung ermöglichte die Mobilität der Ladefläche und sehr präzise Aufstellung zum Schuss. Es war eine sehr gefährliche und grauenhafte Waffe.

          "Mittlerer Schützenpanzerwagen Sd.Kfz.251/1" wurde auch während des Aufstands eingesetzt, um die Angriffe der Infanterie oder die Beförderung von Verletzten zu unterstützen. Eine solcher Wagen wurde am 14. August durch die Aufständischen in Powisle erobert. Er wurde "Jas" genannt und mit dem Panzerwagen "Kubus", den die Aufständischen gebaut haben, stationierte er in den Gärten des Konserwatorium Muzyczne an der Okolnik-Straße. Beide Fahrzeuge nahmen am Angriff auf die Warschauer Universität teil. Nach dem ersten Angriff wurde der Name "Jas" auf "Szary Wilk" (de. "Grauer Wolf") geändert. Zum Ehren des Befehlshabers, der während des ersten Angriffs starb.




Mittlerer Schützenpanzerwagen Sd.Kfz.251/1: Masse: 8500 kg; Länge: 580 cm; Breite: 210 cm; Höhe: 175 cm (ohne MG-Schild); Höchstgeschwindigkeit: 52 km/h auf der Strecke, 21 km/h im Gelände; Bewaffnung: 2 x 7.92mm-MG 34; Besatzung: 2 Personen


          Der "Grauer Wolf" kehrte nach Okolnik nicht zurück. Er blieb auf der Konopczynski-Straße. Während sich die Aufständischen aus Powisle zurückzogen, haben sie den Transporter beschädigt und konnten ihn nicht mitnehmen. Der beschädigte Wrack wurde höchstwahrscheinlich durch die Deutschen mitgenommen. Bevor sich die Aufständischen zurückzogen, haben sie absichtlich auch "Kubus" beschädigt. Im Jahre 1945 stand der Wagen weiterhin in Okolnik. Danach wurde "Kubus" ins Museum der polnischen Armee gebracht, wo er sich noch bis heute befindet.
          Der zweite Panzertransportwagen Sd. Kfz 251 wurde durch die Aufständischen am 5. August 1944 auf dem Schlossplatz (pl. Plac Zamkowy) erbeutet. Nachdem das Feuer gelöscht wurde, wurde der Wagen in die Kaniona-Straße abgeliefert. Im Inneren des Transporters haben die Aufständischen folgendes gefunden: 2 x Panzerfaust und eine Schachtel Zündkapsel, 50 x Tellerminen je 3 und 2 kg, ungefähr 100 kg Trotyl-Sprengladung und 250 m Zündschnur sowie eine Menge MP-Munition. Der erbeutete Wagen war nicht geeignet für schmale, verbarrikadierte Straßen. Er wurde im Glockenturm der Kathedrale platziert, wo er eine Barrikade, bis zum letzten Tag der Kämpfe um die Kathedrale, bildete.

          Von dem Bahnhof Warszawa Gdańska bis zum Bahnhhof Warszawa Zachodnia wurde während des Aufstands der deutsche "Panzerzug 75" eingesetzt. Er wurde mit einer 75mm Kanone, einer 105 mm Haubitze, 20 mm Flugabwehrkanonen und einem PzKpfw 38(t) tschechoslowakischer Konstruktion bewaffnet.







Panzerzug 75


          Er nahm Wola, Powazki, Stawki, PWPW und die Altstand unter Beschuss. Am 8. August versuchte eine Gruppe von Soldaten des Bataillons "Zoska" den Panzerzug auf der Tatarska-Straße an der Ostroroga-Ecke anzugreifen. Die Aktion war ein Misserfolg. Die Soldaten starben.

          Die Deutsche, die nicht mit einem solchen Widerstand rechneten, fingen an mehr schwere Maschinen nach Warschau zu holen. So befand sich in Warschau ein überschwerer 60-cm-Mörser "Karl" (Gerät 40) - "Ziu".
          "Karl" wurde entworfen, um russische schwere Bunker und Befestigungen des Kaukasus in Sewastopol zu zerstören. Von dort aus wurde der Mörser nach Warschau transportiert und auf einen speziellen, nur für ihn vorbereiteten, Posten (in dem Sowinski-Park in Wola) platziert. Der zweite, ungenutzte, Posten befand sich auf dem Gebiet des Betriebs der Familie Lilpop.
          Es gab zwei Versionen dieses Mörsers. Der Mörser, der in Warschau eingesetzt wurde, hatte einen Kal. 600 mm. Es gab auch einen mit Kal. 550 mm. Dieser hatte jedoch eine größere Reichweite. Der Mörser schmetterte mit Geschützen auf eine Entfernung von einigen Kilometern. Die Länge des Geschosses betrug 2 m, seine Masse 2.200 kg. Ein paar Wörter über "Karl". Die Besatzung dieses Mörsers zählte 107 Soldaten.










60-cm Karl Gerät 040 "Ziu": Masse: 124000 kg; Länge: 1115 cm; Breite: 316 cm; Höhe: 478 cm; Höchstgeschwindigkeit: 8-10 km/h auf der Strecke; Bewaffnung: Mörser Kaliber 600 mm.; Ausstattung: Zu jedem Mörser gehörten zwei Munitionsschlepper (Panzer-IV-Fahrgestell) mit einem Kran; Besatzung: 15-17 Personen, 109 Personen samt Polizei und Luftabwehr


          "Karl" war grundsätzlich ein Selbstfahrmörser, der mit Hilfe von Ketten fuhr, aber aufgrund seiner Masse im beschränkten Umfang. Er wurde in die Nahe seines Einsatzes durch einen Zug hingebracht. Seine Zusammenstellung und Vervollständigung dauerte ungefähr eine Woche.
          Die Geschosse wurden durch einen speziellen, auf dem Fahrgestell des "PzKpfw IV", Wagen transportiert. Der Mörser konnte viele Geschosse pro Stunde abfeuern, aber die Deutschen hatten nur ungefähr 240 solcher Geschosse. "Karl" feuerte auf Warschau ungefähr 30 Geschosse ab. Diese Angaben sind nicht 100% genau, weil man sie nicht 100% verifizieren kann.
          "Karl' hat seine Aufgabe in Warschau eigentlich nicht erfüllt. Seine Geschosse waren zur Vernichtung von Befestigungen geeignet. Ein solches Geschoss durchbohrte eine 2,5 Meter lange Stahlbetonschicht und dann explodierte es. Die Gebäude in der Innenstadt und besonders in der Altstadt waren sehr brüchig. Teil der älteren Gebäude hatte hölzerne Decken. In der Altstadt fast alle. Nur die Mauer waren sehr stark. Die Zünder der Geschosse von Karl waren einfach zu hart. Sie haben die Dächer und Decken durchgeschlagen und explodierten nicht. Es gab viele Blindgänger, die die Aufständischen später verwendet haben. Auf vielen Bildern kann man sehen, wie die Aufständischen von den Geschossen den Sprengstoff herausnehmen und aushöhlen. Später wurden sie zur Produktion von Granaten verwendet.
          Das interessante ist die Tatsache, dass die Deutschen "Karl" aus Warschau zurückziehen und ihn beim Aufstand in Paris, das zur selben Zeit wie das Warschauer ausbrach, einsetzen wollten. Doch Paris wurde schnell durch die Alliierten erobert und die Deutschen konnten "Karl" nicht rechtzeitig transportieren.

          Als Ergänzung der schweren deutschen Ausrüstung diente ein schwerer Kutter, der durch die Weichsel fuhr und die Altstadt unter Beschuss nahm. Seine Geschichte ist sehr interessant. Er wurde in den Jahren 1932-34 in der Werft in Modlin in den Staatlichen Ingenieurbetrieben [pl. Stoczna Modlińska Państwowych Zakładów Inżynierii] gebaut und als "Nieuchwytny" wurde er in die Flotylla Rzeczna der polnischen Kriegsmarine, Abteilung an der Weichsel, einberufen. Als einziges Boot hatte er die Kürzung ORP [de. Schiff der Republik Polen]. Das Kommando hatte ein fest angestellter Marineoffizier. Während der September-Kampagne im Jahr 1939 kämpfte er in dem Einsatzgebiet der Pommern Armee [pl. Armia "Pomorze"]. Er wurde mit einer 40 mm Luftabwehrkanone Bofors, einer 37 mm Panzerabwehrkanone Puteaux und einem 7,92 mm SMG bewaffnet. Am 2. September hat er einen deutschen Bomber "Heinkel 111" in der Umgebung der Brücke in Fordon abgeschossen. Er konnte sich nicht nach Modlin durchstoßen und wurde am 10. September durch die Besatzung in Poplacin in der Nähe von Plock versenkt.
          Die Deutschen haben ihn herausgeholt und haben ihn als Pommernkanonenboot Wachtkutter "Pionier" in die Pionierabteilung an der Weichsel einberufen. Die Deutschen umrüsteten ihn in 2 x 37 mm Flugabwehrkanonen und einen "Vierling". Seine Aufgabe war die Flugabwehr der Kierbedzia-Brücke. Der Kuter legte an den Hafen in Czerniakow an.








Schwerkuter "Pionier"


          Die Aufständischen hatten den Plan diesen deutschen Kuter zu erobern. Dies sollte 50-Mann Soldatengruppe der Abteilung "Szczupak" unter dem Kommando von Fregattenkapitän Wladyslaw "Mizio" Macocha vollbringen. Die Abteilung war ein Teil der Marinegruppe der Heimatarmee "Alfa".
          Am 1. August 1944 wurde "Szczupak" im Gebäude des Vorstands für Wasserstraßen [pl. Zarząd Dróg Wodnych] gruppiert. Von dort aus gab es nur ein paar Dutzend Meter zum Hafentor. Der am 16 Uhr 30 gemeldete Alarm in dem deutschen Garnison verursachte, dass ein paar Minuten nach 17 Uhr lief der Kuter aus dem Hafen aus. In dieser Situation ist die Aktion von "Szczupak" fehlgeschlagen. Diese Abteilung wurde später eine Teil, als 4. Zug des Bataillons "Tur", der Gruppierung "Kryska".
          Während des Aufstands nahm der "Pionier", ab dem 6. August von der Zitadelle aus, die Altstadt und später den nördlichen Teil von Powisle unter Beschuss. In der Nacht vom 27/28 und 28/29 sicherte "Pionier" die Überquerung der deutschen Panzer von Saska Kepa auf Czerniakow und Sadyba ab. Seine letzte, verzeichnete, Aktion während des Aufstands war der Beschuss von Powisle Czerniakowskie samt Hafen. Dies erfolgte am 12. September.
          Nachdem die Russen Prag einnahmen, wurde der Kuter flussabwärts der Weichsel verlegt. Während der russischen Offensive am Anfang des Jahres 1945 wurde er erneut durch die Besatzung, diesmal der deutschen, bei Plock versenkt.
          Nach dem Krieg wurde er erneut herausgeholt sowie repariert und als ORP "Okon" diente er in den Jahren 1947-55 in Stettin und zwischen 1955-57 in der Armee zur Verteidigung des Grenzgebiets [pl. Wojsko Ochrony Pogranicza]. 1957 wurde er außer Dienst gestellt. 1973 beschloss man ihn zu verschrotten. Man soll bedauern, dass solche Einheiten nicht gerettet werden, indem man sie auf dem Hof des Museum der polnischen Armee oder in der Modlin Festung hinstellt. Der Kutter war 23 m lang und man konnte ihn leicht von seinem Schicksal bewahren.

          Außerdem wurden in Warschau 30 "Stuka" eingesetzt. "Stuka" war die schrecklichste Gemeinheit, die man sich vorstellen konnte. Es war schrecklich. Die Luftangriffe z.B. auf die Altstadt dauerten von 8 Uhr Morgens bis 8 Uhr am Abend, mit einer kurzen Frühstückspause. Die Deutschen mussten doch etwas essen, denn sie arbeiteten sehr schwer.




Junkers Ju 87 Stukas: Spannweite: 13,8 m; Länge: 11,1 m; Höhe: 4,01 m; Startmasse: 4.250 kg; Höchstgeschwindigkeit: 380 km/h; Gipfelhöhe: 8.000 m; Reichweite: 790 km; Bewaffnung: 2 x MG Kaliber 7.92 mm; Bombenlast: 700 kg; Besatzung: 2 Personen (ein Pilot und ein Schütze/ ein Funker)


          Am Anfang des Aufstands, dem 4. August, als wir uns noch in Wola befanden, überlebten wir unseren ersten Luftangriff im Gebiet der Mirowskich-Halle. Damals waren wir im Haus an der Ciepla-Straße. Unseres Haus wurde zweimal von Bomben getrofen. Wir waren begraben, doch jemand hat uns ausgegraben. Ich interessierte mich immer für Flugzeuge, deshalb weiß ich, dass es "Heinkel 111" waren. Am Luftangriff nahmen ein Dutzend Maschinen teil.





Zweimotoriger Bomber Heinkel He 111: Spannweite: 22,5 m; Länge: 16,4 m; Höhe: 3,9 m; Startmasse: 14075 kg; Höchstgeschwindigkeit: 400 km/h; Gipfelhöhe: 8.390 m; Reichweite: 2.800 km; Bewaffnung: 6 x MG Kaliber 7.92 mm; Bombenlast: bis zu 2.500 kg; Besatzung: 5 Personen (Pilot, Navigator/Kanonier, 3 Schützen)


          Zum ersten Mal haben die Deutschen Kettenbomben eingesetzt. Offensichtlich hatten sie keinen Vollsortiment an Bomben. Sie dachten, dass wenn sie 7 kleinere Bomben mit einer Kette verknüpfen, werden sie eine Explosion, vergleichbar mit nur einer größeren Bombe, erhalten. Eine solche Lösung verwendete man damals auf der Ciepla-Straße. Meine Mutter ging zu einer Freundin, die noch Gas hatte, um Mittag zu kochen.
          Der erste Luftangriff erfolgte ungefähr um 3 Uhr Nachmittag. Damals wurden wir nicht verschüttet, ich wurde jedoch verletzt. Ich stand in der Pforte, wo es viele Benzinflaschen gab. Die Bomben trafen das Hinterhaus. Ich bin mit Glas voll gespickt worden. Das Benzin hat mit durchnässt. Wenn es dort nur einen kleinen Fünkchen geben würde, würde ich jetzt nicht von diesem Ereignis erzählen können.
          Die deutschen Bomber konnten, trotz der Anwesenheit russischer Jäger, während der ganzen Dauer des Aufstands straflos über Warschau tätig sein.
          Zu meiner Panzerkollektion habe ich auch einen "Stukas" hinzugefügt.

          Außer "Borgward IV" haben die Deutschen auch unbemannte Maschinen, genannt "Goliat", verwendet.
          Jetzt werde ich etwas über die "Goliate" sagen. Diese "Goliate" gab es während des Aufstands 50 Stück. Es gab zwei Versionen dieser Maschine. Man sagte, dass der "Goliat" einen Elektroantrieb und Akkus bei sich habe. Es stellte sich heraus, dass Elektromotoren schwer auf der Front zu bedienen sind. Man musste die Akkus bedienen und nachladen. Außerdem wurde der "Goliat" in zwei teuere Elektromotoren ausgestattet und er trug "nur" 60 kg Sprengstoff rüber. Deshalb wurde eine modifizierte Version des "Goliats" eingeführt. Statt des Akkuantriebs, wurde er mit Hilfe eines Motors eines deutschen Motorrades, wahrscheinlich "Zundapp", angetrieben.




Ladungsträger Goliath SdKfz 302: Masse: 370 kg; Länge: 150 cm; Breite: 85 cm; Höhe: 56 cm; Höchstgeschwindigkeit: 10 km/h; Reichweite: 1,5 km auf der Strecke; 800 m. im Gelände; Bewaffnung: 60 kg Sprengstoff; Besatzung: ferngesteuert


          Wie funktionierte der "Goliat"? Am Gehäuse hatte er eine Trommel, auf die ein Elektrokabel aufgerollt wurde. Die Länge des Kabels war groß, bis zu 1,5 km. Man konnte so, mit Hilfe eines manuellen Treibers, den Wagen lenken und eine Explosion des Sprengstoffs, der sich auf Dauer in der Ladekammer befand, verursachen.
          Um wirksam den "Goliat" außer Betrieb zu setzten, musste man das Kabel durchschneiden. Man brauchte nur einen Pionierspaten und einen mutigen Aufständischen, der genügend nah vordringen konnte. Solcher Fälle gab es in Warschau sehr viel. Teil der so eroberten "Goliate" wurde später als Quelle von Sprengstoffen, die unentbehrlich für die Produktion von Granaten waren, verwendet.

          Zusätzliche Digression. In der Wand der Johanneskathedrale in der Altstadt wurde ein Teil einer Kette eines Panzers eingemauert und die Inschrift sagt, dass es die Kette von "Goliat" sei. Dies entspricht der Wahrheit nicht. Jedes Kettenglied des "Goliats" wurde aus elastischem Blech gemacht. Es war so aus ökonomischen Gründen. "Goliat" war ein Panzerwagen, den man nur einmal benutzen konnte.
          Die Kette, die sich in der Wand der Kathedrale befindet, hat Kettenglieder, die sehr solide Abgüsse sind. Es ist ein Teil eines völlig anderen Wagens. Ich habe die Größe der Kettenglieder überprüft. Danach habe ich die Größe der Ketten von "Borgward", die ich auf meinem Modell vollbracht habe, gemessen. Es stimmte überein. In der Wand der Kathedrale befindet sich ein Teil von "Borgward IV", womöglich des, der am 13. August 1944, auf der Kilinski-Straße explodierte.




Bogward und Goliat


          Solche faktografische Fehler treten in der Fachliteratur über den Aufstand und bei Zeugenberichten, auch bezüglich anderer Ereignisse, auf.

          Abschließend kann man feststellen, dass die Deutschen während des Aufstands ernsthafte Panzereinheiten, speziell geeignet für den Stadtkampf, eingesetzt haben. Man benutzte sehr viele "Borgward IV" und "Goliate". Es wurden die Sturmgeschütze "Brummbär" und "SturmTiger" sowie eine Vielzahl von "Hetzer" eingesetzt. Sehr merkwürdig ist der Einsatz, gegen schwache Stadtgebäude, so einer Waffe, wie den 60cm-Mörser "Karl". Die deutsche Panzerkraft war sehr erschreckend.

          Womit haben sich die Aufständischen gewehrt? Was haben sie gegen die Panzer eingesetzt?
          Es gab z.B. 2 polnische Panzerabwehrkanonen Kal. 37 mm (wahrscheinlich Bofors), die 1939 durch polnische Soldaten, ich weiß nicht wo, vergraben wurden. Sie wurden nach dem Ausbruch des Aufstands ausgegraben. Man versuchte sie wieder in Gang zu setzen. Ich weiß nicht, ob es klappte. Es gab 1 Panzerabwehrgeschütz, aber es wurde vermutlich in Powisle, dort wo der polnische Panzerwagen "Kubus" stand, erobert.
          Mitte August eroberte, während des Angriffs auf Stawki, eine Gruppe von Soldaten der Konzentration "Chrobry I" ein 50mm-Geschütz auf Ketten. Es hatte 80 Geschosse, leider keine Panzerabwehrraketen. Das Geschütz verstärkte die Verteidigung, indem er "Borgward", der Richtung Simons-Passage (pl. Pasaz Simonsa) fuhr, zerstörte. Es verstärkte die Abwehr den "Chrobry I" Abschnitt. Danach stellte man es in der Pforte der Passage. Es wurde wahrscheinlich während des Luftangriffs auf die Passage zerstört.
          Am 1. August verfügten die Aufständischen über Panzerbüchsen und britische "PIATs". Die "PIATs" kamen aus Abwürfen außerhalb Warschau, danach wurden sie in die Hauptstadt gebracht. Es gab insgesamt 29 Stück. Es gab auch Flammenwerfer, die in Untergrundfabriken produziert wurden. Insgesamt ungefähr 30 Stück. Man konnte sie gegen Panzer benutzten, aber sie wurden auch woanders benutzt, z.B. beim Angriff auf "Pasta".
          Außerdem gab es polnische und deutsche Handgranaten aus dem Jahr 1939, die noch tauglich zum Gebrauch waren. Man kann sie Gewissermaßen sehr genau berechnen. Es gab insgesamt 43.970 Stück. Sie sollten auch gegen Panzer eingesetzt werden. Doch die Mehrheit eignete sich nicht beim Kampf gegen gepanzerte Wagen.
          Es gab schließlich Zündflaschen mit Benzin. Ein gleichzeitiger Wurf einer Granate und einer Zündflaschen konnte einen Brand eines Panzers hervorrufen. Am 1. August gab es 12.000 Stück Zündflaschen. Während des Aufstands wurden regelmäßig Granaten und Zündflaschen durch polnische Waffenfabriken produziert.
          Es gab auch 2 eroberte "Panzerfäuste". Es war eine tragbare Waffe mit Hohlladungsgeschossen. Es war eine effektive Waffe gegen Panzer, die fast jeden Panzer durchbrechen konnte. Diese zwei "Panzerfäuste" haben die Aufständischen in Ochota erobert und sie sehr effektiv gebraucht. Dank ihnen wurden zwei Tiger in Ochota getroffen. Einer wurde zerstört, der andere erobert.
          Während des Aufstands produzierte man zusätzlich viele Granaten. Man benutze den Sprengstoff aus Blindgängern und eroberten "Goliate". Die Aufständischen hatten auch einige britische "PIATe", dank dem Abwurf der Alliierten, und in der letzten Phase einige russische Panzerbüchsen. Die Panzerbüchsen wurden in Behältern ohne Fallschirm, genauso wie Munition, abgeworfen, deshalb eignete sich die Mehrzahl nicht zum Gebrauch.
          Während der Kämpfe erbeuteten die Aufständischen 3 Panzer, 1 Sturmgeschütz und 2 Panzerwagen. Zwei der eroberten Panzer und ein Panzerwagen nahmen später in Kämpfen auf der polnischen Seite teil.

          Trotz der bescheidenen Mittel, über die die Aufständischen verfügten, haben sie den deutschen Panzern einen erheblichen Schaden zugefügt. Den Mangel an Mitteln haben sie durch Tapferkeit und Hingabe ersetzt. Wenn es um die Ausrüstung geht, so gibt es verschiedene Definitionen eines Verlustes: Was wird als zerstört und was als zur Reparatur angesehen. Z.B. ein Panzer, der bei uns als zerstört fungierte, haben die Deutschen mitgenommen und ihn repariert. Verschiedene Autoren führen verschiedene Angaben an.
          Auch die immer so gründlichen Deutschen widersprechen sich gegenseitig. Deutsche Autoren versuchen in Werken über den Warschauer Aufstand jeden Panzer und Soldaten zu zählen. Aber auch dort, wenn man diese Werke vergleicht, stimmen die Angaben nicht überein.
          Die Aussagen von sog. direkten Zeugen entsprechen auch nicht 100% immer der Wahrheit. Z.B. jemand schrieb, dass auf dem Opolski-Platz während des Aufstands ein zerstörter Panzer stand und sein Wrack noch im Jahre 1946 dort stand. Ich wurde in der Nähe erzogen, Mlynarska-Straße 34, und ich war dort eine Woche nach der Befreiung. Es war 200 Meter von dem Opolski-Platz entfernt und ich haben dort keinen Panzer gesehen. Daraus ergibt sich, dass alle Tatsachen müssen sorgfältig überprüft werden und man solle Werken verschiedener Autoren nutzen.
          In den Berichten der aufständischen Abteilungen gab es Informationen über zerstörte deutsche Panzern. Wenn man diese Berichte als glaubwürdig anerkannt hätte, so würde sich herausstellen, dass die Waffen SS und Panzerwaffe während des Aufstands mehr als 200 Kampfwagen, also eine ganzer Panzerdivision, verloren hätte. Nach einer unentbehrlichen Überprüfung kann man mit großer Wahrscheinlichkeit feststellen, dass die Verluste der Deutschen ungefähr 50-90 Panzerwagen verschiedenen Typs, darunter "Bogward IV", betrugen. Es ist eine große Zahl in Anbetracht der Bewaffnung der Aufständischen.

          Die deutsche Kampfkraft war während des Aufstands sehr groß. Es ist unglaublich, dass so viele Menschen überlebten. Die Deutschen waren erstaunt und fragten: "Warum gibt es euch so viele hier?". Vielleicht deshalb haben sie so intensiv die Menschen erschossen, damit uns weniger wird.
          Die Menschenverluste sich auch nicht so genau. Es gab verschiedene Listen der Getöteten. Einige Aufständische erreichten den Mobilisierungspunkt nicht. Während der Kämpfe meldeten sich Freiwillige zu den Abteilungen. Man behauptet, dass es ungefähr 50.000 Aufständische gab. Es gab ungefähr 20.000 gefallene und getötete und ungefähr 16.000 wurde gefangen genommen. Teil der Aufständischen gibt mit der Zivilbevölkerung heraus. Wenn es um die Zivilbevölkerung geht, sind die Schätzwerte verschieden. Dies kann man jedoch in Büchern und Handbüchern nachschlagen.
          Die Anzahl der Deutschen, die sich in Warschau befand, kann man genau berechnen. Die Sturmgruppe des Generals von dem Bach zählte 21.300 Soldaten. Auch andere Abteilungen nahmen an dem Aufstand teil. Es fielen 1.600 Deutsche, mehr als 8.000 wurde verletzt. Dieses Angaben stammen von den Berichten des Generals Von dem Bach. Es scheint, dass es nicht viele waren, aber man muss daran denken, dass die Deutschen in Panzer saßen und schwer bewaffnet waren.

          Ich unterhalte mich manchmal mit den Teilnehmern des Aufstands über die deutschen Verluste und das ist unterschiedlich. Wenn jeder von ihnen so viele Deutsche erschossen hätte, wie er sagt, dann gäbe es keine mehr, und Panzer auf jeden Fall.
          Während des Aufstands hatten die Russen an der Ostfront in der Nähe von Warschau - ich weiß nicht genau wie diese Front verlief - insgesamt 9 Divisionen, darunter 3 polnische. Schwere Ausrüstung, Panzer, Flugzeuge - so waren sie ausgestattet. Wenn man die deutsche Verluste an der Front mit den während des Aufstands vergleicht, dann bildeten sie 30% der allgemeinen Verluste. 30% der deutschen Kampfkraft wurde in Warschau vernichtet, und der Rest an der Front, die ein paar Hundert Kilometer umfasste.
          Man sollte auch eine Tatsache bemerken, die man nicht so oft ans Licht bringt. Als die Deutschen merkten das sich die Front stabilisierte und die Russen nicht so schnell Richtung Warschau marschieren, haben sie die Fronteinheiten nach Warschau verlegt. Sie waren sehr gut bewaffnet, ausgebildet und entschlossen, um schnell alles in Warschau zu zerstören. Wenn sie diese Einheiten früher eingesetzt hätten, würde der Aufstand nicht 63 Tage dauern.
          Wir haben sie ständig in Schach gehalten. Es gab schon einen Brückenkopf, den sie fürchteten. Es gab keine Gewissheit was die Russen planten. Sie konnten auch die Stadt umgehen. Dies sind problematische Angelegenheiten. Viele Sachen bleiben noch bis heute objektiv ungeklärt.

          Ich hatte persönlich keinen direkten, außer Bogward, Kontakt mit dem Feind. Mein Alter hinderte dies. Aber ich überlebte den Übermaß an Zerstörung und Unglück in der Altstadt. Ich war dort in der schlimmsten Hölle, die man sich vorstellen kann. Man kann nur das Unglück in Czerniakow mit dem in der Altstadt vergleichen.

          Seit vielen Jahren führt man einen Streit wegen der Ursachen des Ausbruchs des Warschauer Aufstands, seine Folgen und den Preis, den die Polen wegen der Auflehnung, zahlen müssten.
          Eine Antwort auf die Fragen bietet das Telegramm des Oberbefehlshabers der Heimatarmee Gen. Tadeusz "Bor" Komorowski an die polnische Exilregierung vom 29. August 1944.

           "Oberbefehlshaber und Premierminister,

          Ich habe mich mit dem Plan des Premierministers, bezüglich der Vereinbarung mit den Sowjets betreffend der Ereignisse nach der Einnahme von Warschau durch die Sowjets, vertraut gemacht.
          Dieser Plan ist ein Kapitulationsakt. Er sieht eine Reihe von wichtigen politischen Zügen nach gutem Willen der Sowjets, ohne jeglichen Garantien der UdSSR und den Alliierten, vor. Dieser Plan ist eine Abtretung von der bisherigen Parteilinie und ein Abgang von der Unabhängigkeit.
          In so einem wichtigen für die Zukunft Polens Moment, angesichts einer sehr wichtigen Entscheidung, habe ich die Pflicht, in Namen der Heimatarmee, dessen Oberbefehlshaber ich bin - und in Eintracht mit dem patriotischem Volk - bekannt zu geben, dass Polen nicht 5 Jahr lang mit den Deutschen kämpfte, in schweren Bedingungen und trotz schwerer Verluste, damit sie angesichts Russland kapitulieren könne.
          Warschau nahm seit einem Monat den Kampf auf. Sie führt ihn mit sehr kleiner Hilfe von Außerhalb. Man kämpft nicht darum, damit die Regierung sich dem Druck beugt und dem Volk eine unterordnete Haltung gegenüber einer Gewalt von außen aufzwingt - eine Haltung, die die Geschichte verurteilen wird.
          Wir haben gezeigt, dass wir einen sehr starken Willen der Freiheit haben, den wir über alles schätzen.
          Wenn es notwendig wird, werden wir jedem, der unsere Abhängigkeit vernichten will, dies wiederholen.
          Die bisherige ungebrochene Haltung der Regierung erfüllt uns mit Hoffnung, dass sie sich nicht unterordnen lässt und wird eine politische Lösung mit den Russen versuchen zu finden. Eine Lösung die Garantie einer Unabhängigkeit, Souveränität und einer freien Republik Polen gewährleistet.

          Kommandeur der Heimatarmee - 29.08.1994"


          Die absehbare Zukunft bestätigte die Bedenken des Generals "Bora" Am 6. Juli 1945 entzogen, die bisherigen Verbündeten der Republik Polen, nämlich die Vereinigten Staaten und Großbritannien, die Anerkennung der Polnischen Exilregierung und erkannten die kommunistische Lublin-Regierung an. Polen stand für viele Jahre unter dem Einfluss der Soviets.
          Die volle Unabhängigkeit erlangte Polen erst im Jahre 1989, nach dem Zerfall des Kommunismus, wieder. Am 12. März tritt Polen der NATO bei, und seit dem 1. Mai 2004 ist sie ein vollberechtigtes Mitglied der Europäischen Union.
          Dies waren moralische und historische Siege von Tausenden Soldaten der Heimatarmee, die einige Dutzend Jahre früher einen Kampf mit dem Okkupanten führten.


Janusz Wałkuski


Redaktion: Maciej Janaszek-Seydlitz

Übersetzung: Łukasz Tkocz




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