Geschichtlicher Abriss

          Am 1. September 1939 griffen die Nazis Polen an und damit begannen sie den II. Weltkrieg. Das polnische Volk nahm einen unausglichenen Kampf gegen den besser ausgerüsteten Gegner auf.

          Am 17. September wurde Polen plötzlich von der östlichen Seite von dem anderen Feind, der Sowjetunion, angegriffen. Aufgrund des geheimen Hitler-Stalin Paktes geriet die Republik Polen unter die Okkupation von zwei Seiten.


Endseiten des geheimen Paktes

                
Gemeinsame Besprechung der deutschen und sowjetischen Offiziere     Panzerkriegskameraden         


          Nach 20 Jahren der Unabhängigkeit, die Polen 1918, nach der über 100- jähriger Teilung des Landes seitens Preußen, Österreich und Russland zurückgewann, fing die 6-jährige düstere Periode der Okkupation Polens durch die Nazis an. Von allen während der II. Weltkrieges, angegriffenen Staaten dauerte der Krieg in Polen am längsten.
          Das eroberte Land wurde durch die Nazis und die Sowjetunion auf zwei Teile mit der Grenze auf Bug-Fluss verteilt. In die deutsche und russische Gefangenschaft sind hunderttausend polnischer Soldaten und Offiziere geraten. Die Nazis ließen nach einiger Zeit gemeinere Soldaten nach Hause, die Offiziere mussten aber in verschiedene Kriegsgefangenenlager gehen. Das Schicksal der polnischen Soldaten, die in die sowjetische Gefangenschaft gerieten, war viel schlimmer. Die gemeineren Soldaten, sowie der große Teil der polnischen Zivilbevölkerung aus den durch die Sowjetunion besetzten Gebieten, wurden in die Arbeitslager ins Sibirien und Ostasien geführt. Die Offiziere wurden in den Krieggefangenenlagern besiedelt. Nach einiger Zeit gab es mit ihnen kein Kontakt mehr.
          Einem Teil der polnischen Soldaten geling es, der Gefangenschaft zu entgehen und nach Westen Europas, nach Frankreich und Großbritannien zu kommen, wo sie den weiteren Kampf mit den Nazis unternahmen. Ein anderer Teil blieb in Polen und wurde Mitglieder einer geheimen Organisation.
          Am 22. Juli 1941 griff das III. Reich seinen jüngsten Verbündeten – die Sowjetunion an. Die deutschen Truppen zogen schnell vorwärts und nahmen die Gebiete über, die vorher zur Republik Polen angehörten, und 1939 durch Sowjetunion annektiert wurden. Das ganze Polen geriet dann unter die deutsche Okkupation.
          Die polnische Bevölkerung nahm von Anfang an den Kampf mit dem Aggressor auf. Als Staat unterzeichnete Polen keine Kapitulierungsakte. Die polnische Regierung verließ das Land und nahm ihre Tätigkeit im Exil in England über. In Frankreich und Großbritannien wurden polnische Truppenteile gegründet. Sie wurden aus den Soldaten der September Kampagne 1939 eingetragen, welche die polnisch-rumänische Grenze überschritten, um der Gefangenschaft zu entliehen. Die Reihen der polnischen Abteilungen verstärkten auch die Freiwilligen, die gerade in der Zeit im Ausland lebten.
          Nachdem die Sowjetunion von den Nazis angegriffen worden war, wurde sie zu Verbündeten der Alliierten im Krieg gegen Hitler. Aufgrund eines Paktes zwischen Stalin und der polnischen Exilregierung in London wurden die polnischen Soldaten aus den Arbeitslagern freigelassen und man ließ ihnen eine polnische Armee auf dem sowjetischen Gebiet zu bilden. Weil es dort keine Möglichkeit gab, die Armee entsprechend auszurüsten, Stalin ließ sie in den Nahen Osten zu gehen, wo sie dann der britischen Formation anhörte. Damals erwies sich, dass die polnischen Offiziere, die in den sowjetischen Kriegsgefangenlagern blieben, verschwunden sind. Die polnischen Diplomaten konnten von der sowjetischen Regierung keine eindeutige Antwort erhalten, was mit ihnen passierte.
          Im April 1943 entdeckten die Deutschen auf den eroberten sowjetischen Gebieten Massengräber in der Nähe von Katyń, Miednoje und Piatichotki. Die liegenden drin Opfer wurden durch die internationale Kommission des Roten Kreuzes als die polnischen Offiziere identifiziert, die vorher in die Kriegsgefangenenlager in Kozielsk, Ostaszków und Staroblielsko gebracht wurden.

     
Katyń Opfer


          In den Gräber in Katyń wurden Leichen von ca. 4.500 Offizieren entdeckt. Alle wurden mit einem Schuss aus der nahen Strecke in den Hinterkopf ermordet.
          Die Deutschen teilten mit, dass die Massenmorde durch NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten – sowjetische Behörde) im Frühling 1940 ausgeübt wurden. Diese Auskunft sollte bei der polnischen Gesellschaft die antisowjetische Propaganda erwecken.


          Stalin verneinte die deutschen Behauptungen entschlossen und meinte, die Nazis selbst würden die Massaker verursacht. Durch die polnische Regierung in London ausgefragt, um die Angelegenheit zu klären, unterbrach er mit ihr alle diplomatische Beziehungen. Von über 15.000 der kriegsgefangenen Offizieren, die in sowjetischem Lager bestanden, blieben dann beim Leben lediglich ca. 400.
          Die britische und amerikanische Regierung nahmen keinen klaren Standpunkt betreffend Katyń, um den Verbündeten nicht aufzuregen, der gerade gegen die deutsche Armee kämpfte und sogar gewann. Die Situation dauerte noch jahrelang nach dem Beenden des II. Weltkrieges. Erst im Jahre 1990 wurde die stillschweigende Übereinkunft unterbrochen und die russische Regierung gab zu, dass die Sowjetunion das schreckliche Verbrechen begegnete. Bis zum heutigen Tag weiß man aber eigentlich keinen Bescheid davon, was mit dem anderen Teil der Kriegsgefangenen passierte.
          Um die komplizierte Situation Polens während des II. Weltkrieges, richtig zu begreifen, soll man sich daran erinnern, dass innerhalb der Alliierten-Konferenz in Teheran, im Dezember 1943, zwischen Stalin, Roosevelt und Churchill die geheime Vereinbarung getroffen wurde. Kraft der Vereinbarung wurde das nachkriegszeitliche Europa verteilt, wobei Polen in Einflussbereich der Sowjetunion unterbracht wurde.


          Die Beschlüsse wurden der polnischen Exilregierung in London sowohl seitens Großbritannien, als auch seitens der Vereinigten Staaten nicht mitgeteilt. Stalin berief nach einiger Zeit, als die Rote Armee in die polnischen Gebiete hinter den zurückgezogenen Nazis eintrat, die eigene, polnische Konkurrenzregierung.
          Weitere Beschlüsse betreffend das künftige Schicksal Polens wurden auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 betroffen. Die Jaltaner Feststellungen brachen Polen solche Verbindungen mit, die einige zehn Jahre nach dem II. Weltkrieg dauerten. Erst anfangs der 90-er Jahre kam Polen aus der Sphäre der russischen Beziehungen aus und nachdem die Rote-Armee-Truppen aus den polnischen Gebieten zurückgezogen waren, wurde Polen NATO - Mitglied und im Jahre 2004 Mitglied der Europäischen Union. Ab diesem Zeitpunkt hörte die Jaltaner Ordnung völlig auf zu gelten.
          Auf den polnischen Gebieten gründeten die Nazis seit dem 1940 ein Netz der Konzentrationslager, die ähnlich auf den deutschen Gebieten bestehenden Lager ergänzen sollten. Das größte davon war im südlichen Teil Polens festgesetzt - Auschwitz-Birkenau in der Nähe von der Ortschaft Oświecim (Auschwitz). Der Auswahl der Stelle, wo das Konzentrationslager lag, wurde aus rein Zwecksmäßigkeitsgründen getroffen. In der Nähe befand sich ein großer Eisenbahnknotenpunkt, der ermöglichte, die Gefangenentransporte aus dem ganzen Europa zu empfangen. In diesem Lager wurde in den Jahren 1940-1945 ca. 1.200.000 Menschen: Juden, Polen, Zigeuner, Russen sowie Vertretern der anderen Nationen ermordet. Über das Tor des Lagers, wo sich gegenwärtig ein Gedächtnismuseum befindet, stand durch die Nazis „Arbeit macht frei“ angeschrieben. Die Parole mit dem Inhalt nimmt besonders eine grausige und tragische Bedeutung an der Stelle an, wo Menschen den anderen Menschen die Hölle auf der Erde veranstalteten und sie unter anderen mit ungeheuerer und oft sinnloser Arbeit bekämpften.


Der allgemeine Ausblick auf den Lager

  
Das Einfahrttor ins Lager                                 Krematorium;             


          Am 27. Januar 2004 wurde der 60. Jahrestag der Lager-Befreiung durch die sowjetischen Soldaten der 60. Armee des I. Ukrainischen Frontes gefeiert. Sie fanden im Lager lediglich ein paar Tausend der kranken und ausgeschöpften Gefangenen.
          Auf den polnischen Gebieten setzten die Nazis eine grausame Absicht namens Endlösung ins Leben, deren Ziel war, das jüdische Volk physisch zu eliminieren. In verschiedenen Regionen Polens wurden so genannte Ghettos gegründet, wo man die jüdische Bevölkerung ansammelte, die man dann ausrottete. Ein Teil der Juden wurde wegen außermenschlicher Verhältnissen (Hunger und Krankheiten), die in den Ghettos herrschten dezimiert, andere wurden in solchen Konzentrationslagern wie Majdanek, Treblinka oder Auschwitz gemordet.
          Ein von den größten Ghettos wurde im November 1940 in Warschau gegründet. In einem Stadtviertel, mit einem hohen Mauer umgeben, wurden hunderttausend Juden gedrängt. Hierher wurden die Juden nicht nur aus Warschau, sondern auch aus anderen polnischen Regionen und aus dem anderen unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft stehenden deutschen Reichsgebiet und anderen besetzten Ländern deportiert. Aus einem kleinen Güterbahnhof bei dem Umschlagplatz, fuhren viele Juden-Transporte in die Vernichtungslager ab. Bis zum Ende 1942 wurde zusammen ca. 300.000 Juden abtransportiert. Die Nazis beschließen endgültig die Judenfrage in Warschau zu lösen. Im Warschauer Ghetto blieben dann lediglich ca. 70.000 Menschen. Im April 1943 sollte das Ghetto allerdings entgültig aufgelöst werden. Auf seinem Gebiet schritten die SS-Sondereinheiten ein.


Auflösung des Warschauer Ghettos


          Am 19.04.1943 nahmen einige hundert Kämpfer, geführt von ŻOB (Żydowska Organizacja Bojowa - Jüdische Kampforganisation), einen ungleichen Kampf auf. Der Aufstand im Warschauer Ghetto brach aus. Die jüdischen Kämpfer war es dessen bewusst, dass sie keine Chance auf den Sieg haben. Sie wollten einfach würdig sterben. Bevor der Aufstand in Ghetto ausbrach, lieferte die polnische, geheime Organisation AK (Armia Krajowa - Polnische Heimatarmee) der ZOB ein bisschen Schusswaffen, Granaten und Sprengmaterialen zu. Manche ausgewählte AK Einheiten versuchten auch von außen den jüdischen Kämpfern zu helfen, indem sie sich bemühten in einigen Stellen Ghetto-Mauer zu sprengen und die deutschen Wachen anzugreifen. Der Aufstand in Warschauer Ghetto dauerte bis zum 24. Mai 1943.

    
Auflösung des Warschauer Ghettos                                           Ruinen des Warschauer Ghettos


          Nach seinem Niederschlag brachten die Nazis den Rest der jüdischen Bevölkerung um, und das ganze Gebiet lag in Schutt und Asche.

          Wie es vorher erwähnt wurde, die polnische Bevölkerung hörte niemals mit dem Widerstand auf. Schon im Herbst 1939 entstanden die ersten geheimen Organisationen. Sie wurden durch die polnischen Offiziere gegründet, die in die Gefangenschaft nicht kamen und durch das Gestapo bei Verhaftungen geschont wurden. Gleichzeitig entstand die in der Welt einmalige Struktur des Geheimstaates. Neben der Exilregierung wurde ihre Landvertretung ins Leben gerufen. Es wurden die geheimen Strukturen der Staatsverwaltung und die geheime Gerichtsbarkeit geschaffen. Da der Angreifer alle Schulen (außer der Grund- und Berufsschulen) schließ, fingen die geheimen Ober- und Hochschulen an, ihre Tätigkeit auszuüben. Der polnische Untergrundsstaat begann zu funktionieren.


Symbol des polnischen Untergrundsstaates (Anker)


          Gleichzeitig entwickelte sich die Struktur der geheimen Armee. Viele von den am Anfang der Okkupation gegründeten nicht so zahlreichen Geheimorganisationen, von welchen am größten ZWZ (Związek Walki Zbrojnej – Verband für den bewaffneten Kampf) war, schlossen sich zusammen und bildeten die Heimatarmee (AK - Armia Krajowa), die der Regierung in London unterstand.


Adler der Heimatarmee


          Es gab auch andere unabhängige Organisationen wie Bataliony Chłopskie (Bauernbatallionen) oder Narodowe Siły Zbrojne (Nationalen Streitkräfte), deren Teil der Strukturen in die AK antrat.
          Auf den Gebieten des Zentralpolens wirkten auch ziemlich unzahlreiche kommunistische Geheimstrukturen (GL – Gwardia Ludowa – Volksgarde, weiter AL Armia Ludowa -Volksarmee genannt), die der kommunistischen durch Stalin ins Leben gerufenen Konkurrenzregierung unterstanden.
          Die Widerstandsbewegung reagierte mit ihrer Tätigkeit auf besonders brutales Benehmen der Deutschen wegen der unterschlagenen Bevölkerung. Die Situation der anderen durch die Nazis okkupierten Gesellschaften in Osteuropa war eindeutig anders, als die Schicksäle der Franzosen, Belgien oder Holländer. Sowohl die Polen, als auch die Russen wurden für Untermenschen wahrgenommen. In den polnischen Städten wurde Massenmenschenjagd durchgeführt. Die gefangenen dabei Personen wurden entweder in Konzentrationslager geschickt oder aud der Strasse exekutiert. Das war eine der Formen des Unerdrucks jeglichen Widerstandsversuchen. Auf diese Art und Weise schuf man bei der polnischen Bevölkerungdas Angst- und Terrorgefühl. Für die Judenunterbringung wurden ganze polnische Familien zusammen mit Frauen und Kindern ermordet. Trotzdem konnten die Polen wegen der Tragödie ihren jüdischen Nachbarn nicht gleichgültig bleiben und sie brachten ihnen Hilfe. Regelmäßig wurden die Vertreter der polnischen Intelligenz wie Priester, Akademiker und Studenten abgefangen und vernichtet. Hunderttausende der Polen wurden zur obligatorischen Sklavenarbeit ins III. Reich geschickt.
          In der Situation wundert wohl keinen, dass die Polen so determiniert und sich massenweise an dem Widerstand beteiligten.
          Die Mitglieder der Heimatarmee wirkten auf dem Gebiet des ganzen Landes. Auf Dörfer und in Wald bildeten sie geschlossene, uniformierte und ausgerüstete Partisanenabteilungen, die Kriegs- und Sabotagetätigkeiten aufnahmen.


Partisanenabteilung im Marsch


          In den Städten wurden Erkennungs-, Erkundungs-, Propaganda-, und auswählend Sabotage- oder Diversionstätigkeiten geführt. Man liquidierte dabei Spitzel und gefährliche Gestapo- Mitglieder, die durch die geheimen Gerichte verurteilt wurden. Man gewann dabei Waffen und Geldmittel. Gleichzeitig wurde eine Erkundungsaktion geführt, dank deren die Alliierten Auskünfte betreffend Ausrüstung, Bewegungen und Verteilung der deutschen Truppen u.a. bekamen. Zu den spektakulären Erfolgen der AK Spionage wurde z. B. die Erringung der technischen Einzelheiten betreffend die deutsche Wunderwaffe, Rakette V-2 und die Lieferung ihrer wesentlichen Teile nach London.
          Die Heimatarmee bildete mit ihren 500.000 Mitglieder die zahlreichste Untergrundsarmee des geschlagenen Europas. Das polnische Gebiet wurde auf Bezirke verteilt, in welchen einzelne Truppenteile der Heimatarmee tätig waren. Sobald sich die sowjetische Offensive näherte, bereitete man sich zur “Burza“-Aktion (burza poln. - Gewitter), deren Aufgabe sein sollte, bei der Befreiung Polens durch die AK-Abteilungen mitzuwirken und die Regierung auf den befreiten Gebieten durch das Untergrundpolen aufzunehmen.
          Die Untergrundführer waren aber nicht bewusst, dass die Tätigkeiten keine Chance wegen der Beschlüsse von Jalta hatten. Als die Rote Armee in die polnischen Gebiete eintrat, wurden die AK-Abteilungen die Reihe nach umgeben und von NKWD entwaffnet. Ihre Mitglieder wurden dann entweder durch die Sowjeten gebildete Polnische Armee eingegliedert oder in einen Gulag geschickt. Ein Teil der Soldaten der Heimatarmee ging in den Untergrund auf den durch Sowjeten befreiten Gebieten zurück. So wurde in der Hauptstadt Polens – Warschau in der zweiten Hälfte 1944 die Entscheidung über den Ausbruch des Aufstandes gegen den nationalsozialistischen Okkupanten getroffen.
          Im Juni 1944 landeten die britisch-amerikanischen Truppen in der Normandie. Bei der Operation beteiligten sich die polnischen Matrosen und Flieger, und nach Entwicklung den Kampfgebieten auch die Panzerabteilungen unter dem Kommando von General Maczek.

     
Landung der Alliierten in Normandie


          In den Kämpfen um Arnhem nahm die polnische Fallschrimjäger-Bigade unter dem Kommando von General Sosabowski teil.


Fallschirmjäger unter Arnhem


          Im Osten befand sich die Rote Armee einige hundert Kilometer von Warschau. Die Nazis befanden sich auf dem Rückzug. Man vermutete, dass die Sowjeten bald ankommen. Der Oberbefehl der Heimatarmee traf die Entscheidung, der Plan “Burza“ zu realisieren. Am 1. August brach der Warschauer Aufstand aus. Den Kampf um die Stadt nahm der 50.000 Warschauer Bezirk der Heimatarmee mit der großen Unterstützung aller politischen Organisationen und der Zivilbevölkerung.

   
Aufständische


Bau einer Barrikade


          Die Aufständische, deren zur Verfügung keine schweren Waffen standen und lediglich mit Handwaffen disponierten, die notabene nur für jeden zehnten Soldat ausreichten, führten 63 Tage lang einen heroischen Kampf gegen das 55.000. Korps, das aus zum Strasserkämpften ausgeschulten deutschen Truppen, SS und Polizei, ausgerüstet in Artillerie, Panzerwaffen, Flugwesen, schwere Pioniergeräte, Panzerzüge und Spülbagger bestand. Die deutschen Abteilungen wurden auch die RONA-Einheiten (Sowjeten und Ukrainer unter dem deutschen Kommando) und aserbaidschanischen Kollaborateuren unterstützt.
          Trotz der riesigen militärischen Übermacht erlitten die deutschen Truppen große, fast 50%-ge Verluste. 10.000 Tote, 7.000 Vermissten, 9.000 Verletzten. Die eigenen Verluste der Aufständischen betrugen: 16.000 - 18.000 Toten, 26.000 Verletzten, ca. 150.00 umgebrachten und ermordeten Zivilpersonen. Nach dem Sturz des Warschauer Aufstandes am 2.10.1944 vernichteten die Nazis Warschau innerhalb von drei Monaten in Rahmen eines Racheakts.

    
Warschau nach dem Aufstand


          Die Stadt wurde in über 85% niedergerissen. Die Deutschen raubten materielle Güter und viele unschätzbare polnische Kulturwerte.
          Ca. 15.000 Aufständischen wurden nach der Kapitulation des Aufstandes in die deutschen Kriegsgefangenenlager geschickt. Cirka 650.000 der Warschauer Zivilbevölkerung wurde ins Übergangslager in Pruszkow, wobei 150.000 zu Zwangsarbeiten nach Deutschland, und 50.000 in die Konzertrationslager zugeschickt wurden.
          Dem Tod der Stadt beobachtete auf dem anderen Flussufer der Weichsel, die Warschau von Süden nach Norden verteilet, die Rote Armee, die nach dem Ankommen zur Weichsellinie, mit der Offensive aufhörte. Nur die Abteilungen der 1. Polnischen Armee, die den sowjetischen Truppen unterstanden, unternahmen im September einen Versuch, Weichsel zu bezwingen und den Aufständischen Hilfe zu leisten. Die Versuche hörten mir einem Misserfolg auf.
          Erst am 17. Januar 1945 kamen die Abteilungen der Roten Armee und der Polnischen Armee in die tote und völlig ruinierte Stadt hinein, die die Nazis schon verliesen.
          Der Warschauer Aufstand 1944 gegen den deutschen Okkupanten war der größte militärische Aufstand in der Geschichte der gegenwärtigen Europa.
          Die polnischen Einheiten, die im Westen gegen die Nazis kämpften, nahmen an den Operationen in Frankreich in den Jahren 1939 – 1940, im Nahen Osten in den Jahren, an dem Luftkrieg um England 1942 – 1944 teil. Sie beteiligten sich auch gemeinsam mit den Truppen von Alliierten an anderen Operationen in Nordafrika, in Italien, an der Desantoperation aus Großbritannien durch den Englischen Kanal, und dann an dem Marsch auf Berlin in Jahren 1944-1945.
          Im Januar 1945 fing die Offensive der Roten Armee an, deren Ziel war, das III. Reich zu zersprengen und Berlin zu besiegen. Am 2. Februar fingen die Polnische und die Rote Armee mit den Kämpfen auf der Pommernstellung, der letzten Sperre vor Berlin an. Am 16. April nahmen die sowjetischen und polnischen Abteilungen die Flüsse Oder und Neiße.
          An der sog. Berliner-Operation nahmen gemeinsam mit der Roten Armee auch die polnischen Truppen teil. Bei dem Brandenburger Tor in Berlin, worauf die sowjetischen und polnischen Fahnen hingen, wurde am 2. Mai 1945 die historische polnisch-sowjetische Akte unterschrieben, in welcher es stand, dass die letzte deutsche Widerstandsquelle in Berlin vernichtet wurde. Am 8. Mai 1945 fand die Kapitulation des III. Reiches statt.
          Die größten Verluste in Europa, die Bevölkerung betraf, erlitt Polen gleich nach der Sowjetunion. Während des II. Weltkrieges verlor Polen gemeinsam 6.850.000 Bürger, das heißt ca. 20% der ganzen Bevölkerung.
          Das Schicksal von Polen wurde aber noch vor dem Beenden des Krieges vorgegriffen. Am 28. März 1945 wurden in Pruszkow bei Warschau durch NKWD hinterlistig 16 Führer des Untergrundstaates verhaftet. Sie wurden nach Moskau gebracht und nach einem fiktiven Gerichtsprozess am 21. Juni 1945 jahrelänglich verurteilt. Ein Teil davon starb in sowjetischen Gefängnissen.
          Im August 1945 wurden während der Potsdamer Konferenz die neuen Grenzen Polens festgelegt. Polen verlor zu Gunsten der Sowjetunion seine östliche Gebiete. Statt dessen bekam es die ehemaligen deutschen Gebiete bis zu Oder-Neiße Linie. Im Osten wurde die Grenze auf der sog. Curzon-Linie festgelegt. Damit verlor Polen ca. 76.000 km. Es kam zu einer zwanghaften Migration der Millionen von Polen aus den östlichen Gebieten in die westliche und der Deutschen, die nach Deutschland auswandern mussten.
          Nach der Potsdamer Konferenz hörten die westlichen Alliierten auf, die polnische Regierung in London anzuerkennen, und hielten, gemäß die früheren Vereinbarungen mit Stalin, für die legale, polnische, nach seiner Zustimmung gegründete und unter dem sowjetischen Einfluss stehende Regierung. Polen gehörte fast 50 Jahre lang zur sowjetischen Einflusssphäre mit allen dessen Konsequenzen. Der Zustand dauerte eigentlich bis zum Jahre 1989.


Bearbeitung: Maciej Janaszek-Seydlitz
Beratung: Bronislaw Tronski
Übersetzung: Małgorzata Czech



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