Aleksander Jacek Kowalewski
Deckname "Longinus"

         Aleksander Jacek Kowalewski, Deckname "Longinus", geb. am 17. August 1920 in Wilna, Sohn von Paweł und Agata
         Von jüngsten Jahren träumte er von einer Arbeit, die mit der Flugzeugkonstruktion und dem Fliegen verbunden wäre. 1939 legte er die Reifeprüfung am Mechanischen Gymnasium in Wilna ab und noch in demselben Jahr kam er nach Warschau, um dort eine Stelle bei den Staatlichen Werken für Ingenieurwesen in Ursus zu finden, die in dieser Zeit für Rüstungsindustrie und und Luftfahrt arbeiteten. Die Erfahrung, die er dort gewann, sollte ihm helfen den Weg zur Verwirklichung aller Träume zum Studium an der Hochschule für Ingenieurgewesen namens Rotwand und Wawelberg zu eröffnen.
         Leider brachte der Krieg aus und zerstörte hiermit seine Pläne. Er befand sich auf einmal in einer fremden Stadt und ergab sich für Gnade fremder Personen. Er arbeitete als Mechaniker bei privaten Werkstätten. Oft hungerte er und war kränklich. Erst die sehr schwere, aber feste Arbeit als Hilfsheizer bei Bahn ermöglichte ihm alte Kräfte zurückzugewinnen.
         Im Juli 1941 war er als Automechaniker tätig und knüpfte Kontakte mit der Untergrundbewegung, und zwar mit dem Unterleutnant Michał Juchnicki. Im Jahre 1942 nahm er an einer Schulung teil, sowie beteiligte er sich im Beförderung der erbeuteten Waffen ins Versteck auf dem Judenfriedhof.
         Nach einem misslungenen Streich auf einem Spitzel war er vorläufig gezwungen mit jeglicher Tätigkeit aufzuhören.
         In den Warschauer Aufstand ging er zusammen mit seinem Cousine Eugeniusz Sawicki. Als seine Abteilung kehrte nach einer misslungenen Aktion in den Kabacki-Wald zurück, versteckte er sich in einem von den Bauernhöfen unter dem Fußboden und wartete, bis die Untersuchung zu Enden ging. Dann kam er nach Mokotów zurück und bekam eine neue Zuteilung zu Baszta Regiment – Funker - Kompanie K4, unter „Lucjan“ Jerzy Stefan Stawiński.
         Nach dem Verlassen des Kanalisationssystems bei der Dworkowa-Strasse wurde er ins Kriegsgefangenenlager Sandbostel ausgeführt – seine Identifikationsnummer lautete 220587/XB. Am 21. April 1945 wurde er durch britische Truppen befreit.
         Nach Warschau kehrte er im Juni 1946 zurück, in demselben Jahre nahm er das Studium an der Hochschule für Ingenieurgewesen namens Rotwand und Wawelberg (Fachbereich Luftfahrt) auf, wo er dann auch das Ingenieurdiplom erhielt. Seit 1949, als er noch Student war, fing er mit der didaktischen Tätigkeit in dem Lehrstuhl für Darstellende Geometrie und Technisches Zeichen seines Studienfachbereichs an. Nach der Zwangsverbindung der Hochschule mit der Technischen Universität Warschau beendete er das Magisterstudium im Fachbereich Luftfahrt der Technischen Universität Warschau. Er arbeitete dort pausenlos.
         Seine aufständische Tätigkeit unermöglichte ihm seine Träume völlig zu verwirklichen. Wegen seiner Biographie durfte er sogar nicht, sich an studentischen Luftfahrtkreis beteiligen. Von echten Konstruieren der Flugzeugsmotoren, worüber er in seiner Magisterarbeit schrieb, konnte er noch fern träumen. Deswegen widmete er seine ganzen Berufsleben der didaktischen Tätigkeit an der TU Warschau sowie an der Landwirtaschaftlichen Universität Warschau.
         Jahrelang diente er als Studentenbetreuer sowie Betreuer des Studentenhauses. Er war Preisträger von einer Studentenbefragung des Fachbereiches Wassermelioration unter der Parole „ Der Mensch, den wir am meisten hochschätzen“.
         Aus seinem Antrieb wurde zu Ehren der ermordeten Aufständischen, die das Kanälesystem verließen und dort den Tod fanden, ein Denkmal bei der Dworkowa-Strasse errichtet. Als der Erste zündete er dort, an der Stelle, die auch seine Grabstätte sein konnte, eine Kerze.
         
         Am 20. Mai 1997 ist er in Warschau gestorben.
         

Bearbeitete: Anna Skarżyńska (Tochter)

Übersetzte: Małgorzata Czech














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